Schwarz-Weiss

Andreas H. Bitesnich - PolaNude

Andreas H. Bitesnich - PolaNude

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas H. Bitesnich - PolaNude

 

 

Inhalt:

 

Der Fotograf

 

Ich finde die Arbeiten von Andreas H. Bitesnich schon an sich interessant und ich schätze ihn als Meister des Lichts für seinen klaren kraftvollen Stil.

Er zählt für mich zu den besten Aktfotografen, wobei mir neben einer sorgfältigen Ausleuchtung immer wieder seine außergewöhnlichen Figurenkompositionen bzw. Anordnungen der dargestellten Personen auffallen.

 

Der Fotograf meint über sich selbst: „Irgendetwas in mir sagt mir, dass es kaum etwas Schöneres gibt, als den menschlichen Körper immer wiederzuentdecken“.

 

Andreas H. Bitesnich komponiert aus einer Person oder einem Paar sorgfältig fast abstrakte Kompositionen und überrascht dadurch immer wieder mit neuen Sichtweisen. Viele seiner Bilder sehen aus wie menschliche Skulpturen und erinnern an Werke aus der klassischen Malerei oder griechischen Bildhauerei. Dieser konsequent reduzierten und grafischen Komposition gewährt er Vorrang vor dem erotischen Moment. Sein Stil Akte mit skulpturalen Charakter zu fotografieren ist unverwechselbar.

Dieser Art der Fotografie kommt sicherlich zugute, dass er nicht nur mit perfekten Modellen arbeitet, sondern überwiegend mit professionellen Sportlern und Tänzern, die diese Formen in seinen Fotografien darstellen können. Gewöhnliche Modelle würden es mit dieser Akrobatik wohl schwer haben.

 

Für sein erstes Buch „Nudes“ gewann er den renommierten Kodak Photography Book Award.

 

Die Technik: Polaroids

 

Dieser großformatige Hardcover Band Andreas H. Bitesnich - PolaNude* aus dem renommierten teNeues Verlag verspricht Interessantes, liegt bei diesem doch die Betonung auf dem ersten Teil des Titels.

Die Bildtechnik ist hier das Ungewöhnliche, handelt es sich doch um ursprüngliche analoge Polaroids. Gezeigt werden 110 Farbfotografien und 96 Schwarz-Weiß-Aufnahmen.

 

Warum fotografiert(e) man Polaroids?

 

In unserer digitalen (Foto-) Welt haben analoge Polaroids ihren früheren eigentlichen Sinn und Zweck verloren und der jüngeren Generation der Fotografen ist der ursprüngliche Zweck nicht mehr geläufig.
Heutzutage kennen Amateure oder Modelle den Begriff Polaroid nur noch als Aufforderung, ein natürliches und unbearbeitetes Foto an den Fotografen oder eine Agentur zu übersenden. Damit man die Person des Modells vorab quasi „in natura“ beurteilen kann.

In der analogen Zeit musste ein Fotofilm nach der Aufnahme erst noch entwickelt und bei einem Negativfilm gegebenenfalls noch vergrößert, auf Papier abgezogen, werden. Dies dauerte mindestens ein oder zwei Stunden. Gerade bei aufwendigen Produktionen im professionellen Bereich wurden daher vor der eigentlichen finalen Aufnahme Polaroids zu Testzwecken angefertigt. Nur auf diesen konnte der Fotograf die Lichtwirkung direkt vor dem eigentlichen Finalbild ohne Verzögerung noch einmal überprüfen. Eine Ansicht der Motivsituation auf einem Kameradisplay oder gar die Betrachtung eines Histogramms war damals noch nicht möglich.

 

Der Polaroid-Sofortbildfilm war zwar sehr teuer, aber daher kein Luxus. Er war immer noch billiger als ein komplett fehl belichteter Mittelformat- oder gar Großbildfilm. Gar nicht zu denken an die Kosten eines ganzen verlorenen Produktionstags vom gesamten Fototeam.

Dieser „Sofortbild“-Film hatte sich erst mit dem Aufkeimen der digitalen Technik überlebt, konnte man doch ab diesem Zeitpunkt sein Foto direkt nach der Aufnahme auf dem Kameradisplay oder am Computer beurteilen. Zurückgekehrt sind ähnliche „Sofort-Bilder“ auf Papier erst wieder mit dem Aufkeimen des Interesses einer jungen Generation, welche die analoge Fotografie nicht direkt kennt und nun erstmals ausprobieren möchte. So wurde der momentane Fuji Instax – Hype geboren.

 

Das Buch: PolaNude


In diesem Buch geht es aber um die Polaroids der noch analogen Zeit.

 

Diese waren keine unvorbereiteten Fotos, sondern fast finale Endbilder. Alles war für die finale Aufnahme eingerichtet und man wollte nur noch einmal die Belichtung und Bildwirkung testen, quasi das direkt nachfolgende Endbild durch Kontrolle absichern. Lediglich letzte kleine Fehler oder Details wurden danach noch einmal gerichtet und natürlich fehlt die abschließende analoge Bildbearbeitung.

Unmittelbar nach der darauffolgenden finalen Bildaufnahme auf Film hatten die angefertigten Polaroids ihren (Test-) Zweck erfüllt und wurden entweder entsorgt oder auch vereinzelt dem Modell als Geschenk und Erinnerungsstück an das Shooting mitgegeben. Dass ein Fotograf diese aufbewahrte, stellte eher eine Ausnahme dar.

 

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Bildband, die begleitenden (mehrsprachigen) Texte beschränken sich auf eine Einleitung und ein paar Erklärungen. Der Rest des Buchs ist den 206 Bildern gewidmet.

Diese werden in Originalgröße oder teilweise zu mehreren auf einer Seite abgebildet. Das bedeutet zugleich, dass auf den einzelnen Seiten auch Freiraum, „negativer Raum“ zum Atmen der Fotos vorhanden ist. Manche Leser haben sich schon gewundert, dass die Bilder „nur“ so klein seien; es handelt sich um das originale Maß, die Bilder wurden nicht künstlich verändert.

 

Mit den abgedruckten Fotos hat man zunächst einmal die Gelegenheit, an der vergangenen analogen Zeit teilzuhaben, und diese erlauben einen Blick hinter die Kulissen des Fotografen. Man sieht Fotos ohne abschließende Bildbearbeitung, erkennt den fotografischen Anteil am Endprodukt.

Zwar sind die nachfolgenden finalen Bilder nicht mit abgedruckt, ein direkter Vergleich mit diesen ist daher nicht möglich. Wenn man aber den Fotografen und sein Werk kennt, ist es trotzdem interessant zu erkennen, wie viel bereits in diesem Stadium finalisiert wurde und was erst später noch in einer Nachbearbeitung passiert.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas H. Bitesnich - PolaNude - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas H. Bitesnich - PolaNude - Rückseite

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Fazit:

 

Ich meine, dass das Buch für angehende Studio-Fotografen interessant ist, die sich selbst an der Porträtfotografie versuchen möchten. Bei diesen Bildern hat sich Bitesnich wie bei den vorausgehenden Arbeiten von der bildenden Kunst, insbesondere von Egon Schiele, inspirieren lassen.

Gerade bei den Motiven von Bitesnich kann man die Proportionen der Modelle und das Licht-Set-Up wegen der ausgeprägten Körperlichkeit sehr gut beurteilen, auch wenn in diesem Buch vergleichsweise die Fotos weniger abstrakt und dafür etwas erotischer ausfallen.

Ich finde, es ist ein erstklassiges Buch mit lehrreichen Informationen zu klassischen Posen und passender Lichtsetzung.



Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße cm (BxLxT): 25,5 x 32,5 x 2,5
Seitenanzahl: 176
ca. Gewicht: 2000 g.
   
Autor(en):  Andreas H. Bitesnich
Verlag: teNeues
Auflage: 1
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Erschienen am: 01.11.2005
   
ISBN: 9783832790837
Preis in (D): 49,00 €

 

 

Links:

 

Andreas H. Bitesnich - PolaNude* 

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Link: Andreas H. Bitesnich - Homepage

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David Plowden - Requiem For Steam

David Plowden - Requiem For Steam

The Railroad Photographs Of David Plowden

 

“Requim For Steam“ bedeutet übersetzt auf Deutsch: Messe, Begräbnisfeier oder Totengedenken für Dampf.
Dieser (englischsprachige) Bildband führt den Leser zurück in eine vergangene Zeit, zurück zu den ausgestorbenen Dinosauriern der Eisenbahnzeit Amerikas, den Dampflokomotiven.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: David Plowden - Requiem For Steam

 

 

 Inhalt:

 

Der Autor:

 

David Plowden wurde 1932 in Winnetka, Illinois, geboren und bekam als Kind eine kleine Kompaktkamera geschenkt. Damit begann er Eisenbahnzüge zu fotografieren.

 

Nach seinem späteren wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss an der Yale Universität führte ihn seine berufliche Laufbahn zunächst zu einer Eisenbahngesellschaft, der Great Northern Railway, bevor er sich 1958 entschloss, ein Berufsfotograf zu werden.

 

Das Thema der Eisenbahn ließ ihn auch danach nicht mehr los und er wurde zu dem amerikanischen Fotografen, der durch seine dokumentarischen und detailreichen Fotografien von historischen Dampfzügen, Eisenbahnpersonal, Bahnhöfen, aber auch von kleinen ländlichen Städten und Landschaften des nordamerikanischen 20. Jahrhunderts bekannt geworden ist. Dabei hat er die Veränderungen der Eisenbahn über 50 Jahre lang aufgezeichnet.

 

Plowden hatte zudem im Laufe seiner Karriere verschiedene Lehraufträge inne, unter anderem an dem renommierten Illinois Institute of Technology, dem Institute of Design, der University of Iowa, der School of Journalism, der University of Baltimore und der Grand Valley State University. 1968 erhielt er ein Guggenheim-Stipendium und 1970 ein Forschungsstipendium des Smithsonian Institute.

Zu späteren Zeiten konzentrierte er sich auf industrielle Bauwerke und Landschaften wie z.B. Eisenbahnbrücken, agrarlandwirtschaftliche Scheunen oder die Bauwerke der Stahlindustrie.

 

Die Eisenbahn ist jedoch bis heute seine große Leidenschaft geblieben, er durchstreift mit ihr immer noch die nordamerikanische Landschaft und er hat mehr als 20 Bücher veröffentlicht.

 

 

Das Buch:

 

Das 200-seitige Buch David Plowden - Requiem For Steam* bietet zunächst eine rund 25-seitige Einführung über den Autor und seine große Leidenschaft. Die folgenden großformatigen, ganzseitigen Bilder zeigen ebenso das Schwerpunktinteresse dieses Fotografen in den 1960er Jahren: die Zeit der Dampfzug-Ära.

 

Der Leser findet im Folgenden stimmungsvolle, schon romantisch dramatische Panoramaaufnahmen unterschiedlicher Dampfzüge, deren Technik und Betrieb im Alltag.

David Plowden geht dabei auch nah ran an seine Objekte und zeigt formatfüllende Details dieser Zeit: den Dampf, Ruß, riesige Antriebsräder und andere Details wie das Kohlelager der Lok, den Wasserboiler, Personal bei den notwendigen Betriebs- oder Wartungsarbeiten. Viele der damit verbundenen Berufsbilder, Situationen und Stimmungen bei Betrieb eines solchen Eisenbahnzugs werden gezeigt.

Man findet abgebildet den fahrenden Ingenieur, den Heizer an den Kohlen, den Bremser auf dem Plateau eines Waggons, oder im Umfeld eines Bahnhofs den Zettelanreicher am Bahnsteig, den Weichensteller und das Wartungspersonal mit der Ölkanne in der Hand bei einem Zwischenstopp.

 

Unter allen Fotos sind jeweils kurze Erläuterungen zum Gezeigten abgedruckt, ausführliche Bildbeschreibungen mit Jahres- und Technikangaben finden sich im Nachgang auf den letzten Buchseiten.

 

 

Der zeitliche Schwerpunkt dieser Fotos von Plowden liegt in den 60er Jahren, reicht vereinzelt aber auch bis in die 90er des letzten Jahrhunderts. Wegen der gleichbleibenden Stimmung seiner Schwarz-Weiß-Bilder muss man auf den vereinzelten jüngeren schon genau hinsehen, um modernere Details wahrzunehmen. Ausgestorben sind nur irgendwann die urzeitlichen Dampfzüge mit ihrem markanten Dampfausstoß durch die Verbrennung von fossilen Kohlen, ebenso wie die dafür notwendigen Versorgungstürme mit Kohle und Wasser. Einzug gehalten haben zuletzt die moderneren Dieselloks, die Plowden allerdings hier nicht mehr abbildet.

Die Getreidesilos an den Bahngleisen mögen in den 90er Jahren schon etwas moderner aussehen, andere noch intakte Holzgebäude oder die Schienen unterscheiden sich nicht von den Aufnahmen der 60er und 70er Jahre. Sie zeigen dieselbe Tristesse und Stimmung der amerikanischen ländlichen Landschaft, ihrer Bahnhöfe und der damit verbundenen Industriebauten.

Gezeigt werden nicht die herrschaftlichen Bahnhöfe der Großstädte, sondern die immer allgegenwärtigen Stadtansichten von Kleinstädten oder des ländlichen Bereichs, dessen kleine Bahnhöfe und deren Bahnsteige, Ticket-Verkaufsräume und Wartebereiche.

 

David Plowden sagte über sich selbst:

„Ich war mit dem Gefühl der Dringlichkeit beschäftigt, die Teile unseres Erbes aufzuzeichnen, die sich so schnell zurückzubewegen scheinen wie der Blick von hinten auf einen sich beschleunigenden Zug. Ich befürchte, dass wir die Beweise für unsere Errungenschaften in der Vergangenheit so schnell ausmerzen, dass wir mit der Zeit das Gefühl verlieren könnten, wer wir sind.“

Er hat sich selbst als "Archäologe mit Kamera" beschrieben, der sein Leben "einen Schritt voraus der Abrissbirne" verbracht hat.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension:  David Plowden - Requiem For Steam - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension:  David Plowden - Requiem For Steam - Rückseite 

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Fazit:

 

Dieses im Jahr 2010 von David Plowden veröffentlichte Buch ist als Monografie eine Hommage an die ausgestorbene Zeit der Dampflokomotive.

Gleichzeitig ist es, wie die deutsche Übersetzung des englischen Titels andeutet, eine Begräbnisfeier dieser speziellen Ära, welche dieser Fotograf als einer der ganz wenigen vom Anfang bis zum Ende mitbegleitet hat.

 

Auch wenn man den englischen Einleitungstext nicht lesen bzw. übersetzten könnte: Plowdens wunderbare Sammlung von Schwarz-Weiß–Fotografien zeigt das spürbare Interesse dieses Altmeisters der analogen Fotografie an dem Thema der Dampfeisenbahn.

Zudem aber auch sein gesamtes weiteres Interessenspektrum: Technologie, Landschaft, Bauwerke, Menschen und Berufsbilder seiner Zeit.

 

Alle Fotos sind durchdacht und mit einem ganz klassischen Bildaufbau gestaltet. Für den Betrachter ist die Wirkung dadurch sehr eindrucksvoll und die Fotos werden im Buch selbst schön mit viel Weiß-Raum umgeben präsentiert.

So schafft es Plowden, seine romantische Begeisterung für dieses Thema zum Betrachter zu transportieren, zeigt dazu in den unendlichen Weiten der USA kleine Lokomotiven mit riesigem Dampfausstoß. Es gelingt ihm dabei klar strukturierte Architekturfotos mit einer ganz eigenen Stimmung zu kombinieren; vgl. z.B. die Seite 179 mit dem Foto der Scranton Railroad Station. Ein traditioneller kleiner Bahnhofsbahnsteig wird als klassische Architekturfotografie abgelichtet, getaucht in eine romantische Licht- und Bildstimmung. Dieses Foto ziert auch das Cover eines seiner anderen Bücher „A Time of Trains by David Plowden“, welches vom Inhalt viele Parallelen und identische Fotos beinhaltet.

 

Plowden fühlte sich schon bei der Aufnahme seiner Bilder verpflichtet, die allmählich verschwindenden Dinge der Gegenwart fotografisch festzuhalten und somit für die Nachwelt verfügbar zu machen.

 

Seine Fotos zeigen neben dieser ehrfürchtigen Hommage an die Dampf-Ära somit gleichzeitig die unscheinbaren und vergänglichen Teile des Lebens, mit denen die meisten Menschen aufwachsen. Heute wirken diese Fotos nostalgisch, zeigen ein nicht mehr vorstellbares „Landschaftsbild“, eine in diesem nicht mehr existierende Technik und ausgestorbene Berufsbilder, wie den „Weichensteller“, den „Zettelboten“.

Dieser Fotograf zeigt uns seine Vision, dass in allem Schönheit und Kunst steckt. In diesem Buch stößt man auf Nostalgie, Sentimentalität und Verlustgefühl. Es mahnt dabei gleichzeitig den Betrachter zu unserer aktuellen Zeit aufmerksamer, bewusster und wertschätzender mit unseren alltäglichen Dingen zu sein. Und als Fotograf diese ebenfalls für die Nachwelt zu dokumentieren.

 

 

Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße (BxLxT): 30,5 x 28 x 2,5 cm
Seitenanzahl: 200
ca. Gewicht: 1.700 g
   
Autor(en): David Plowden
Verlag: Norton & Company
Auflage: 1
Erschienen am: 11.10.2010
   
ISBN: 9780393079081
Preis in (D): 65,00 US$

 

Links:

 

David Plowden - Requiem For Steam*

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Feyzi Demirel - Istanbul’um

Feyzi Demirel - Istanbul’um

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Feyzi Demirel - Istanbul'um

 

 

Inhalt:

 

Das Buch Feyi Demirel - Istanbul'um* ist eine interessante Produktion aus dem Seltmann+Söhne Verlag.

 

Schon das sehr persönliche Vorwort outet den Autor und Fotografen Feyzi Demirel als Kenner und Liebhaber der Stadt Istanbul.

Der Name des Autors ließ es bereits vermuten, dass es sich hier um einen Kenner der türkischen Nation handelt. Interessanter Weise lebt er als gebürtiger Mühlheimer in Deutschland, besucht die Stadt Istanbul aber regelmäßig seit seiner Kindheit fast jährlich. Dieses Buch beruht überwiegend auf Bildmaterial aus dem Jahr 2015.

 

"Meine Liebe zu Istanbul ist eine alte. Bereits seit meiner Kindheit kreuzen sich unsere Wege in einem fast jährlichen Rhythmus. Und es sind genau diese anfänglichen Begegnungen, die, obwohl sie sich heute nur noch sehr verschwommen vor meinem geistigen Auge abspielen, meine Zuneigung zu dieser Stadt erst ermöglicht haben: das Meer, nicht aufhören wollende Straßen, eine Symphonie aus Autohupen, mit Chlor durchsetztes Leitungswasser, Katzen, Müllberge an den Straßen und natürlich Onkel Ahmet, das Gesicht meiner Istanbul-Besuche.

Es war mir eine Herzensangelegenheit, das heutige Istanbul für mich und für Sie festzuhalten. Größtenteils bilden etliche Reisen im Jahr 2015 die Grundlage für „Istanbul’um“, meine fotografische Liebeserklärung an diese magische Stadt am Bosporus. Ich hoffe, Sie genießen den Anblick, so wie ich es immer wieder tue."

 

 

Mich als Leser, als ehemaliger Besucher der Stadt Istanbul und als Liebhaber der klassischen Istanbul-Fotografie von Ara Güler interessierte, wie ein jüngerer und moderner Kenner die Stadt Istanbul heutzutage porträtiert.

Der kürzlich verstorbene Ara Güler war ein international bekannter Street-Photographie-Künstler, der mit seiner alten Leica Sucherkamera die Stadt Istanbul in Schwarz-Weiß porträtierte. Er war bekannt für seine eher melancholischen Alltagsporträts, die eine ganz besondere reizvolle Stimmung der Stadt zeigten. Eine Stadt im Wandel der Zeit zur Moderne hin, mit ganz typischen Merkmalen, die man dort in der Stadt sieht, alles mit Lichtspielerein, die den Menschen ins Zentrum stellen, ganz nah an ihm dran sind.

 

Das vorliegende Buch könnte man auf den ersten Blick mit einem Werk von Ara Güler verwechseln.

 

Nach einer kurzen Einleitung, dreisprachig in Deutsch - Türkisch - Englisch, finden sich 100 hervorragende Aufnahmen Schwarz-Weiss-Fotografien aus der Stadt.

"Menschen stehen in meiner Fotografie im Vordergrund. So bin ich für mein Projekt in die Stadt eingetaucht und habe mich auf die Suche nach Menschen und wertvollen Motiven gemacht", schreibt er auf dem Fotografieblog kwerfeldein.de.

"Wer Istanbul richtig spüren möchte, der muss eintauchen in diese Stadt, dahin, wo sich ihre Seele versteckt. Es sind gerade die traditionsreichen Stadtteile wie die Altstadt, Balat, Tarlabasi, Beyoglu, Kasimpasa oder Kadiköy, die einem ein Gefühl für die Besonderheit dieser Perle am Bosporus geben können – insbesondere, wenn man sich auch den Menschen öffnet."

 

Viele Alltagsbilder erkennt man auf den ersten Blick wieder, wenn man die Stadt schon einmal besucht hat: den umtriebigen Eingangsbereich zum großen Marktbereich mit Blick auf die Blaue-Moschee im Hintergrund, die Eminönü-Fähre, die mobilen Simid-Verkaufsstände, die man überall über die Stadt verteilt findet.

 

Spannend fand ich auf den Fotos zu entdecken, wie sich die Stadt in der Zeit seit meinem letzten Besuch vor 15 Jahren weiterentwickelt hat.

Für mich persönlich war damals das Interessanteste der vorherrschende Kontrast der uralten türkischen Kultur, sichtbar in der Architektur- und in der Alltagskultur, bei gleichzeitiger starker Öffnung zur Moderne hin. Insbesondere auf der europäischen Seite von Istanbul; nicht nur verkehrstechnisch trennten die Stadtfähren auf dem Bosporus diesen moderneren von dem anderen Teil Istanbuls auf dem asiatischen Kontinent.

Feyzi Demirels Fotos sind wenig touristisch und mit klassischen, aber heute noch existierenden Motiven. Die alten Fähren, die älteren Passanten könnten auch aus einer alten Zeit stammen, würden sich nicht manchmal die Zeichen der Neuzeit einschleichen: Smartphones, moderne Sneaker oder Over-Ear-Kopfhörer. Der Autor beschreibt mit seinen Bildern den Wandel Instanbuls und versucht ihn auf dem Stand 2015 festzuhalten. Und trotzdem wirken seine Fotos auf mich absolut zeitlos.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Feyzi Demirel - Istanbul'um - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Feyzi Demirel - Istanbul'um - Rückseite

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Fazit:

 

Der Buch kommt auffällig rot daher, aber eher unspektakulär ohne Schutzumschlag und aus einem eher glatten Kartonmaterial, der Inhalt macht es aber wett.

Ich mag das Buch und die Bilder.

 

Feyzi Demirel dokumentiert das Alltägliche und zeigt das in seinen Augen Besondere und Schöne. Alles in S/W und ganz im Stile eines modernen Ara Güler.

Die Fotos erzählen mir eine Geschichte. Die Mikrogeschichten auf dem jeweiligen Bild: beim Friseur, am Brotstand, auf der Fähre, …  formen eine runde Foto-Story zu einem Gesamtbild(band), der die Stadt Istanbul im Jahr 2015 dokumentiert.

Ich erlebe die gleiche Stimmung wieder, die dich vorlängerer Zeit selbst in Istanbul verspürte. Die Stadt versprüht immer noch gleichzeitig den Charm von Tradition und Moderne.

 

Ein tolles Zeitdokument wie ich finde, und für alle Street-Fotografie Liebhaber geeignet!

Ich habe jetzt Lust in den nächsten Flieger zu steigen.

 

 

Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße cm (BxLxT): 31 x 25 x 1,5
Seitenanzahl: 112
ca. Gewicht: 860 g.
   
Autor(en): Feyzi Demirel
Verlag: Seltmann & Söhne
Auflage: 1
Erschienen am: 15.04.2016
   
ISBN: 9783944721804
Preis in (D): 35,00 €

 

Links:

 

Feyi Demirel - Istanbul'um* 

*

 

Link: Feyzi Demirel - Homepage

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Vincent Peters - Personal

Vincent Peters - Personal

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Vincent Peters - Personal

 

 

Inhalt:

 

Die Person Vincent Peters

 

Vincent Peters, Jahrgang 1969, ist geborener Bremer und als junger Mann nach New York gegangen, um dort das Handwerk der Fotografie zu lernen.

Nach seiner Rückkehr nach Europa arbeitete er erst für Kunstgalerien, bis er 1999 als Modefotograf bei der Agentur von Giovanni Testino einstieg. Innerhalb kürzester Zeit wurden seine Fotos für Kampagnen der weltweiten Marken wie Bottega Veneta, Dior, Emporio Armani, Hugo Boss, La Perla, Louis Vuitton, Yves Saint Laurent, und viele andere verwandt.

Seine Bilder erschienen ab diesem Zeitpunkt in allen internationalen Magazinen von Rang und Namen und die Liste der von ihm porträtierten Stars scheint unendlich lang zu sein.

 

Der fotografische Stil

 

Mittlerweile unterliegt er als Star-Fotograf auch den Zwängen seiner Auftraggeber, die zwar seine Art der Fotografie kennen würden, ihn aber trotzdem nötigen, digital zu fotografieren.

 

Von der technischen Seite her gesehen mag Vincent Peters es eigentlich lieber analog, meistens ganz klassisch Schwarz-Weiß, mit feinem Korn, setzt das Licht als Dramaturgie ein und verändert dadurch das Modell und den Bildausdruck.

Am liebsten nutzt er bis heute seine erste Kamera, eine analoge Mittelformat - Kamera, die Mamiya RZ mit nur einem 110 mm - Objektiv. Digital sei ihm zu scharf in der Abbildung, würde ihm viel Atmosphäre nehmen. Seine Bilder leben von der räumlichen Atmosphäre, Bilder vor einer weißen Wand könne man von ihm nicht erwarten.

Peters fotografiert sehr viel mit Dauerlicht, was man seinen Bildern auch ansieht. Gerade die oftmals von ihm eingesetzten ARRI – Scheinwerfer geben seinen Bildern den typischen Mode - Look.

 

Kreativität bedeutet bei ihm, anders als viele andere Fotografen, dass er ohne große Anweisungen an das Modell arbeitet, seiner inneren Intuition Raum lässt und gerne improvisiert.

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung zu seinem neusten Buch „Personal“, sagte der international erfolgreiche Star - Fotograf humoristisch in einem Interview:

„Man hat einen gewissen Geschmack, das kommt auch von innen. Man ist, was man ist, man kann nicht aus seiner Haut, aber man kann das kultivieren. Daraus entsteht das eigene Bild und irgendwann nennt man das den eigenen Stil“.

 

Was ist nun der eigene, der persönliche, Stil von Vincent Peters?

 

Es würde nicht einen Stil geben, so wie es nicht eine Sicht von einer Person geben würde.

„Ist die Person, die ich fotografiere, wirklich die Person, die sie sein will? Hat die Person die gleiche Idee von sich selber, die ich von ihr als Fotograf habe? Es gibt die Version der Person, wie sie öffentlich bekannt ist, es gibt die Version, wie sie wirklich ist, es gibt die Version des Fotografen, … da kommt viel zusammen“.

 

Das Foto entsteht bei Peters im Bauch, nicht im Kopf. Dieses innere Bedürfnis lässt bei ihm ein Bild entstehen, und zur richtigen Zeit hält er es nur noch mittels des Auslösers fest.

 

Sein zweites Buch: "Personal"

 

Dieses Buch Vincent Peters - Personal* ist sein zweiter Bildband und beinhaltet eine Zusammenstellung seiner persönlichen Arbeiten, bei denen er ohne Auftrag und ohne äußere Zwänge arbeiten konnte.

 

Herausgekommen ist ein Bildband, der ausschließlich dem weiblichen Geschlecht gewidmet ist und durchgehend klassische und einfühlsame Porträts zeigt.

Es werden im Großformat 235 Duplex-Aufnahmen und 15 Farb-Fotografien gezeigt. Unter ihnen sind wieder viele Stars zu entdecken, Penélope Cruz, Linda Evangelista und Irina Shayk sind nur einige seiner Lieblingssujets. Diese Bilder sind aber nach eigentlich anderen werblichen Fotostrecken entstanden. Es handelt sich um überwiegend bislang unveröffentlichte Aufnahmen, die nach Modestrecken zu persönlichen Zwecken und teilweise als Aktaufnahmen angefertigt wurden.

„Ich habe vor einiger Zeit angefangen, nach Shootings noch ein paar zusätzliche Aufnahmen zu machen, nur für mich und das Model. Ich kann dann einfach freier arbeiten, als wenn dreißig Leute um mich herum stehen, die alle mitreden wollen. Die meisten Fotos der Ausstellung sind auf diese Weise entstanden“, verriet er in einem FAZ-Interview.

 

Viele dieser Fotos wirken als Standbilder einem Film Noir der 50er Jahre entsprungen, die Modelle posieren im Ballettkleid oder teilweise nackt und verletzlich.

„Ich bin zwar beeindruckt von der Hochkultur des Lichts im Film der dreißiger bis hin zu den Fünfzigerjahren, etwa in „Der Dritte Mann“ oder „Blonde Venus“. Und mir geht es darum, Gefühl zu übertragen und eine gewisse Dramatik zu erzeugen, und das geschieht mit Hilfe des Lichts. Aber viel wichtiger als alle technischen Aspekte ist die Art und Weise, wie ein Modefotograf die Frau sieht. – Bei Ellen von Unwerth zum Beispiel wirkt sie lebenslustig, verführerisch, überdreht. Peter Lindbergh zeigt eher die emotionale und melancholische Seite. Jürgen Teller feiert das Atypische. Steven Meisel arbeitet Androgynität heraus. Die Frau, die ich suche, ist gefühlvoll, nachdenklich, sie trägt vielleicht einen Konflikt mit sich aus. Ich glaube, es steckt viel von Romy Schneider in ihr“, fasst er im gleichen Interview zusammen.

 

Peters beschreibt diesen Band selbst, als einen Versuch seine Ehe wieder aufzufrischen; er meint seine Beziehung zur Fotografie.

„Da war mal etwas, was das sehr gut war; wir haben uns mal sehr gemocht. Welche Bilder habe ich sehr gemocht, ohne dass ich von außen beeinflusst wurde? Was sind die Bilder, die ich wirklich machen möchte? Ich wollte eine Bestandsaufnahme machen; wo komme ich her, so gut bin ich und wohin kann ich mich noch entwickeln?

 

Das Buch heißt Personal, weil es für mich selbst ist, so wie ich alle Bilder für mich selber mache“.

 

Sein Kreativ-Tipp

 

Sein Tipp für Fotografen, die sich weiterentwickeln möchten:

„Sturheit ist wichtig; Augen zu! Und was siehst Du dann für Bilder, die Du nicht siehst? Geh nach innen und denke nicht an Technik. Ein gutes Bild hat Empathie und die hat es nur, wenn das Bild das ausdrückt, was Du fühlst. Denke darüber nach, was Du fühlst, und diese Gefühle muss man in der Folge technisch umsetzen. … Es geht um eine Sinnlichkeit, die ich vermitteln möchte. Und dieses Gefühl muss den anderen erreichen!“

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Vincent Peters - Personal - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Vincent Peters - Personal - Rückseite

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Fazit:

 
Mit minimalen Mitteln entstehen hier zeitlose, aber dramatische Porträts, die Raum für die Fantasie des Betrachters lassen. Intim, romantisch, voyeuristisch und glamourös zugleich. Der Betrachter sieht die schönsten Modelle von einer unerwarteten Seite.

Peters deutet mit leisen Tönen viel an und baut Spannung durch Lichtabfall und Verstecken auf. Auf mich wirken seine Bilder mit den dezent ausgeschmückten weiblichen Modellen sehr feinfühlig und sinnlich in einer Zeit der digitalen Schärfe. Sie sind subtil und zwischenzeilig, aber mitteilend, wenn man in ihnen lesen möchte.

 

Wer den eigentlichen Vincent Peters kennenlernen möchte, besucht eine seiner Ausstellungen oder schaut sich diesen wirklich großformatigen und hochqualitativen Band im vorzüglichen Stil an.

Dieses Buch ist erstklassig gedruckt auf ebensolchem Papier. Ein Band zum Verlieben, daher finde ich den Preis von knapp Euro 100 angemessen.

 

Für mich ein unglaubliches Buch. Vincent Peters ist für mich ein großer Meister des Lichts ähnlich wie Bruce Weber. Man kann unglaublich viel Inspiration aus diesem Buch schöpfen. Mich erreicht dieses Buch; großes Gedanken - Kino.



Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße cm (BxLxT): 29 x 36 x 2,5
Seitenanzahl: 112
ca. Gewicht: 2600 g.
   
Autor(en): Vincent Peters
Verlag: teNeues
Auflage: 1
Erschienen am: 15.09.2016
   
ISBN: 9783832734091
Preis in (D): 98,00 €

 

Links:

 

Vincent Peters - Personal* 

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Link: Vincent Peters - Homepage

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Wer sich mehr für Vincent Peters werbliche Modefotografie interessiert, sei sein erster Bildband empfohlen. Er ist anders, aber ebenfalls großartig. Große bekannte Namen, sehr plakativ inszenierte Porträts für eigentlich alle große Namen der Werbefotografie:

Vincent Peters - The Light Between Us – Virtuose klassische Porträts

 


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von Vasco R. Tintrup, Herausgeber:

www.Fotobuch-Regal.de - Vasco R. Tintrup width=

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