Porträtfotografie

Andreas H. Bitesnich - PolaNude

Andreas H. Bitesnich - PolaNude

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas H. Bitesnich - PolaNude

 

 

Inhalt:

 

Der Fotograf

 

Ich finde die Arbeiten von Andreas H. Bitesnich schon an sich interessant und ich schätze ihn als Meister des Lichts für seinen klaren kraftvollen Stil.

Er zählt für mich zu den besten Aktfotografen, wobei mir neben einer sorgfältigen Ausleuchtung immer wieder seine außergewöhnlichen Figurenkompositionen bzw. Anordnungen der dargestellten Personen auffallen.

 

Der Fotograf meint über sich selbst: „Irgendetwas in mir sagt mir, dass es kaum etwas Schöneres gibt, als den menschlichen Körper immer wiederzuentdecken“.

 

Andreas H. Bitesnich komponiert aus einer Person oder einem Paar sorgfältig fast abstrakte Kompositionen und überrascht dadurch immer wieder mit neuen Sichtweisen. Viele seiner Bilder sehen aus wie menschliche Skulpturen und erinnern an Werke aus der klassischen Malerei oder griechischen Bildhauerei. Dieser konsequent reduzierten und grafischen Komposition gewährt er Vorrang vor dem erotischen Moment. Sein Stil Akte mit skulpturalen Charakter zu fotografieren ist unverwechselbar.

Dieser Art der Fotografie kommt sicherlich zugute, dass er nicht nur mit perfekten Modellen arbeitet, sondern überwiegend mit professionellen Sportlern und Tänzern, die diese Formen in seinen Fotografien darstellen können. Gewöhnliche Modelle würden es mit dieser Akrobatik wohl schwer haben.

 

Für sein erstes Buch „Nudes“ gewann er den renommierten Kodak Photography Book Award.

 

Die Technik: Polaroids

 

Dieser großformatige Hardcover Band Andreas H. Bitesnich - PolaNude* aus dem renommierten teNeues Verlag verspricht Interessantes, liegt bei diesem doch die Betonung auf dem ersten Teil des Titels.

Die Bildtechnik ist hier das Ungewöhnliche, handelt es sich doch um ursprüngliche analoge Polaroids. Gezeigt werden 110 Farbfotografien und 96 Schwarz-Weiß-Aufnahmen.

 

Warum fotografiert(e) man Polaroids?

 

In unserer digitalen (Foto-) Welt haben analoge Polaroids ihren früheren eigentlichen Sinn und Zweck verloren und der jüngeren Generation der Fotografen ist der ursprüngliche Zweck nicht mehr geläufig.
Heutzutage kennen Amateure oder Modelle den Begriff Polaroid nur noch als Aufforderung, ein natürliches und unbearbeitetes Foto an den Fotografen oder eine Agentur zu übersenden. Damit man die Person des Modells vorab quasi „in natura“ beurteilen kann.

In der analogen Zeit musste ein Fotofilm nach der Aufnahme erst noch entwickelt und bei einem Negativfilm gegebenenfalls noch vergrößert, auf Papier abgezogen, werden. Dies dauerte mindestens ein oder zwei Stunden. Gerade bei aufwendigen Produktionen im professionellen Bereich wurden daher vor der eigentlichen finalen Aufnahme Polaroids zu Testzwecken angefertigt. Nur auf diesen konnte der Fotograf die Lichtwirkung direkt vor dem eigentlichen Finalbild ohne Verzögerung noch einmal überprüfen. Eine Ansicht der Motivsituation auf einem Kameradisplay oder gar die Betrachtung eines Histogramms war damals noch nicht möglich.

 

Der Polaroid-Sofortbildfilm war zwar sehr teuer, aber daher kein Luxus. Er war immer noch billiger als ein komplett fehl belichteter Mittelformat- oder gar Großbildfilm. Gar nicht zu denken an die Kosten eines ganzen verlorenen Produktionstags vom gesamten Fototeam.

Dieser „Sofortbild“-Film hatte sich erst mit dem Aufkeimen der digitalen Technik überlebt, konnte man doch ab diesem Zeitpunkt sein Foto direkt nach der Aufnahme auf dem Kameradisplay oder am Computer beurteilen. Zurückgekehrt sind ähnliche „Sofort-Bilder“ auf Papier erst wieder mit dem Aufkeimen des Interesses einer jungen Generation, welche die analoge Fotografie nicht direkt kennt und nun erstmals ausprobieren möchte. So wurde der momentane Fuji Instax – Hype geboren.

 

Das Buch: PolaNude


In diesem Buch geht es aber um die Polaroids der noch analogen Zeit.

 

Diese waren keine unvorbereiteten Fotos, sondern fast finale Endbilder. Alles war für die finale Aufnahme eingerichtet und man wollte nur noch einmal die Belichtung und Bildwirkung testen, quasi das direkt nachfolgende Endbild durch Kontrolle absichern. Lediglich letzte kleine Fehler oder Details wurden danach noch einmal gerichtet und natürlich fehlt die abschließende analoge Bildbearbeitung.

Unmittelbar nach der darauffolgenden finalen Bildaufnahme auf Film hatten die angefertigten Polaroids ihren (Test-) Zweck erfüllt und wurden entweder entsorgt oder auch vereinzelt dem Modell als Geschenk und Erinnerungsstück an das Shooting mitgegeben. Dass ein Fotograf diese aufbewahrte, stellte eher eine Ausnahme dar.

 

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Bildband, die begleitenden (mehrsprachigen) Texte beschränken sich auf eine Einleitung und ein paar Erklärungen. Der Rest des Buchs ist den 206 Bildern gewidmet.

Diese werden in Originalgröße oder teilweise zu mehreren auf einer Seite abgebildet. Das bedeutet zugleich, dass auf den einzelnen Seiten auch Freiraum, „negativer Raum“ zum Atmen der Fotos vorhanden ist. Manche Leser haben sich schon gewundert, dass die Bilder „nur“ so klein seien; es handelt sich um das originale Maß, die Bilder wurden nicht künstlich verändert.

 

Mit den abgedruckten Fotos hat man zunächst einmal die Gelegenheit, an der vergangenen analogen Zeit teilzuhaben, und diese erlauben einen Blick hinter die Kulissen des Fotografen. Man sieht Fotos ohne abschließende Bildbearbeitung, erkennt den fotografischen Anteil am Endprodukt.

Zwar sind die nachfolgenden finalen Bilder nicht mit abgedruckt, ein direkter Vergleich mit diesen ist daher nicht möglich. Wenn man aber den Fotografen und sein Werk kennt, ist es trotzdem interessant zu erkennen, wie viel bereits in diesem Stadium finalisiert wurde und was erst später noch in einer Nachbearbeitung passiert.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas H. Bitesnich - PolaNude - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas H. Bitesnich - PolaNude - Rückseite

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Fazit:

 

Ich meine, dass das Buch für angehende Studio-Fotografen interessant ist, die sich selbst an der Porträtfotografie versuchen möchten. Bei diesen Bildern hat sich Bitesnich wie bei den vorausgehenden Arbeiten von der bildenden Kunst, insbesondere von Egon Schiele, inspirieren lassen.

Gerade bei den Motiven von Bitesnich kann man die Proportionen der Modelle und das Licht-Set-Up wegen der ausgeprägten Körperlichkeit sehr gut beurteilen, auch wenn in diesem Buch vergleichsweise die Fotos weniger abstrakt und dafür etwas erotischer ausfallen.

Ich finde, es ist ein erstklassiges Buch mit lehrreichen Informationen zu klassischen Posen und passender Lichtsetzung.



Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße cm (BxLxT): 25,5 x 32,5 x 2,5
Seitenanzahl: 176
ca. Gewicht: 2000 g.
   
Autor(en):  Andreas H. Bitesnich
Verlag: teNeues
Auflage: 1
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Erschienen am: 01.11.2005
   
ISBN: 9783832790837
Preis in (D): 49,00 €

 

 

Links:

 

Andreas H. Bitesnich - PolaNude* 

*

 

Link: Andreas H. Bitesnich - Homepage

Link: teNeues Verlag - Homepage

 

 


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Benjamin Wohlert - Fotografieren im Flow

Benjamin Wohlert - Fotografieren im Flow

 50 wertvolle Tipps für deine Entwicklung in der Porträtfotografie

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Benjamin Wohlert - Fotografieren im Flow

 

 

Inhalt:

 

 

Der Autor:

 

Benjamin Wohlert ist junge 26 Jahre alt und studiert zurzeit noch Maschinenbau.

Über das Interesse an der Natur- und Landschaftsfotografie kam er wie viele Fotoenthusiasten zu diesem Hobby, bis er im Familienkreis anfing, sich auch an der Personenfotografie zu versuchen und sich auf diese zu fokussieren.

 

Er bezeichnet sich als eher introvertiert und hat alle Schwierigkeiten der "Ersten Schritte" in der Porträtfotografie selbst kennengelernt. Mit seiner eigenen Fotografie hat er auch gelernt, sich selbst persönlich weiterzuentwickeln, heute kann er besser auf andere Menschen zugehen und sich auf Unbekanntes einlassen.

 

Zusammen mit Annalena Geilke hat er festgestellt, dass viele Herausforderungen der Porträtfotografie und die eines Hochschulstudiums sich um die gleichen Bereiche der Persönlichkeitsentwicklung drehen.

So teilen beide ihre persönlichen Erfahrungen aus den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Personenfotografie und Mathematik im Podcast: „Fotografie+Mathe+Persönlichkeitsentwicklung“, welcher über die üblichen Podcast-Plattformen wie zum Beispiel Apple Podcasts / iTunes zu finden ist.

 

 

Das Buch:

 

Das Buch Fotografieren im Flow von Benjamin Wohlert (*) ist im Eigenverlag erschienen und bei Amazon als eBook zum Download oder als gedrucktes Taschenbuch erhältlich.

Auf rund 140 Seiten bietet es 50 Tipps, um als Anfänger mit der Porträtfotografie starten und sich mit dieser fotografisch entwickeln zu können.
Die eigene Kamera sollte man schon sicher bedienen können, das Buch richtet sich also nicht an den Anfänger der Fotografie, der die Bedienung seiner Kamera noch lernen möchte. Eine derartige Anleitung ist hier nicht enthalten.

 

Dieses Buch richtet sich an alle Anfänger der Personenfotografie, sei es, dass der Leser gerade seine erste Kamera sicher bedienen kann oder er schon ein fortgeschrittener Fotograf in anderen Bereichen ist und nun diese fotografische Sparte erstmals ausprobieren möchte.

Weil er damals für sich selbst keine passende Anleitung gefunden hat, hat er nun im relativ jungen Alter sein erstes eigenes Buch geschrieben, um anderen Porträtanfängern seinen Leitsatz näherzubringen:
Selbermachen und Ausprobieren.

 

In seiner Bucheinleitung schreibt er:

„Überfliege einmal den Inhalt und springe direkt zu den Tipps, die für dich interessant klingen und die du als Erstes umsetzten kannst. Beschäftige dich dann tiefer mit diesen Ratschlägen, denn oft steckt sehr viel mehr drin, als es die Kürze des reinen Textes vermuten lässt. Es ging mir beim Schreiben nicht darum, möglichst viel Lesetext zu schaffen, sondern dich direkt zur Umsetzung anzuregen. Das Buch ist nicht zum einmaligen Durchlesen von vorne bis hinten und anschließendes Abstellen im virtuellen Bücherregal gedacht.“

 

Zielgruppe Anfänger:

 

Wer sich für die Porträtfotografie bereits interessiert und die ersten Erfahrungen darin gesammelt hat, wird sich in einer Rückschau auch noch an die damals aufgetretene Schwierigkeit erinnern können:

Die anfängliche Hürde des Anfanges an sich überhaupt zu überspringen.

 

Benjamin selbst hat im Jahr 2016 relativ lange, fast über ein Jahr, gezögert, mit der fotografischen Umsetzung anzufangen, da er sich unter anderem diese Fragen stellte:

Wie finde ich ein Modell, auch wenn ich noch keine Bildergebnisse mit anderen Modellen vorweisen kann, welche Location und Lichtsituation sollte ich mir vorteilhafterweise aussuchen, welche Posen sollte ich ausprobieren, … , um den Start möglichst einfach zu gestalten?

 

Seine Empfehlung als mittlerweile erfahrener Fotograf mit über 100 porträtierten Personen lautet:
Fang einfach an und sammle Erfahrungen.

 

Trotzdem ist es so, dass es zwar die ganz Selbstbewussten unter uns gibt, die genau wissen, wie man die vielen anfänglichen Fragen einfach beiseitestellt und sich intuitiv ausprobiert, die Unsichereren unter uns finden hier 50 Tipps, um sich den Start nicht unnötig schwer zu gestalten.

Benjamin liefert dabei keine komplizierten Rezepte für das „perfekte Bild“, sondern ganz praktische Ratschläge, die jeder gleich in die Praxis umsetzen kann.

 

Zielgruppe Fortgeschrittene:

 

Auch der leicht fortgeschrittene Leser kann tiefer in die Porträtfotografie einsteigen:

 

Beim Betrachten des Buchs fiel mir zunächst einmal das Buchcover auf; das Titelfoto wirkt auf mich interessant und irgendwie geheimnisvoll:

Die Lichtsetzung ergibt eine Art natürliche Vignette. Der europäische Betrachter kommt typischerweise mit dem Blick von links oben ins Bild, schaut dann zur Aufmerksamkeit erregenden helleren Bildmitte, gelangt somit zum knack-scharf abgebildeten Auge mit dem hellsten Punkt im Bild, der Reflexion im Auge. Der weitere Blick nach rechts wird dann von der Schattenkante blockiert, folgt den helleren Haaren in einer Art natürliche Linienführung nach unten ins Bild und kommt durch die fortlaufende Rundung wieder beim darüber sichtbaren Auge an.

Ich finde das Bild sehr ansprechend, so wie fast das gesamte Bildmaterial bis auf ein oder zwei Ausnahmen. Nicht nur die porträtierten Personen sind sehr attraktiv, auch die Posen, die Porträts in ihrem gesamten Charakter. Die Fotos wirken auf mich stark, dabei aber natürlich und authentisch.

 

Unter den 50 Tipps finden sich keine Geheimwissenschaften, aber viele Hinweise, die man zunächst schnell überliest, weil man sich deren Bedeutung erst mit zunehmender fotografischer Erfahrung bewusst wird.

 

So zum Beispiel auch sein Tipp mit einem fotografischen „Flow“ zu arbeiten, also gerade nicht Anfänger-typisch direkt nach jedem Auslösen die Kamera vom Auge zu nehmen und auf das hintere Kamera-Display zu starren.
Die Interaktion zwischen Fotograf und Modell muss sich erst entwickeln, genauso wie das gegenseitige Vertrauen und der daraus resultierende Ausdruck der fotografierten Person.

Jede Ablenkung von dieser Interaktion zwischen Fotograf und Modell ist kontraproduktiv, sei es eine Ablenkung von außen wie ein klingelndes Handy oder eine unnötige negative verbale Kommunikation des Fotografen oder sein ständiges Blicken auf das Display.

 

Diese Erfahrung habe ich selbst schon mal gemacht, als mich ein Workshop-Leiter auf meine damals Anfänger-typische Verhaltensweise hingewiesen hat.

Gelesen hatte ich diesen Ratschlag damals trotz Kenntnis vieler Bücher noch nicht. Hier in diesem Buch ist er neben 49 weiteren Tipps zu finden.

 

Die Tipps:

 

Benjamin möchte mit seinen Porträts nicht nur eine reine Abbildung der porträtierten Person anfertigen, sondern dem Betrachter des Fotos eine tatsächliche Charakterseite der porträtierten Persönlichkeit zeigen.

Heute sagt über sich selbst, dass es seine Leidenschaft ist, die Menschen von ihrer schönsten Seite abzulichten und ihnen mit seinen Fotos zu zeigen, wie schön diese sind.

 

Sein genereller Ratschlag: Den Start in die Porträtfotografie möglichst simpel zu gestalten, bei jeder einzelnen Gelegenheit sich nur ein oder zwei Verbesserungen der eigenen Arbeitsweise vorzunehmen, sich nicht Zuviel auf einmal vorzunehmen.

So bevorzugt er für den Anfang auch ausschließlich natürliches Licht, um nicht parallel noch die Komplexität des Blitzens bewältigen zu müssen.

 

Einige Tipps wird der Leser auch schon mal gehört haben, aber Benjamin weist auch noch einmal darauf hin, dass Kennen noch nicht (konsequent) Anwenden heißt.

 

Wenn man sich Benjamins Homepage und seinen dortigen Blog anschaut, kann man in den Bildbeispielen viele der im Buch enthaltenen Tipps wiederfinden.

Unter dem Blogeintrag „Porträt-Serie - Träume mit Michelle“ fängt mich zunächst einmal wieder das intensive und interessante Aufmacher-Foto ein. Ein Bild dieser Serie findet sich im Buch auch auf Seite 35.
Die weiteren Fotos ähneln aneinander kaum, teilweise muss ich zweimal hinsehen, um zu erkennen, dass es sich um das gleiche Gesicht handelt, so unterschiedlich sind die Fotos.

Vergleicht man diese Fotos miteinander, kann man seinen vermeintlich simplen Rat aus dem Buch besser nachvollziehen, bei einer Aufnahmegelegenheit nicht nur eine Vielzahl von Bildern, sondern auch ganz unterschiedliche Perspektiven aufzunehmen, um möglichst viele Facetten einer Person einzufangen.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Benjamin Wohlert - Fotografieren im Flow - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Benjamin Wohlert - Fotografieren im Flow - Rückseite 

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Fazit:


Das Buch erinnert mich vom Stil her an den amerikanischen Autor Scott Kelby. Dieser schreibt Bücher, die man nicht fortlaufend von vorne bis hinten lesen muss, keine Lehrbücher im eigentlichen Sinne also.

So wie dieses Buch eher eine Aneinanderreihung von Tipps darstellt, sodass der Leser an beliebiger Stelle anfangen und nach Lust und Kapitelthema fortfahren kann.

 

Es ist auch erfreulicherweise kein Technikbuch.

Die Kameratechnik kommt als ein völlig untergeordnetes Thema erst am Ende des Buches auf nur drei Seiten zur Sprache. Ich persönlich bevorzuge derartige Monografien, so wird die leider übliche Wiederholung der fotografischen Basics vermieden.

 

Das Buch ist eine Lösung für folgende Situation, die mir aus eigener Erfahrung und von vielen Workshops bekannt ist:

 

Ein mit der Kameratechnik vertrauter Hobbyist kommt zu einem Foto-Workshop, um die Porträtfotografie zu lernen. Es ist sich unsicher, wie er gute „Menschen“-Bilder anfertigen kann, was dafür wichtig zu wissen ist. Oder er vermutet schon, dass dafür der Ausdruck des Menschen vor seiner Kamera ausschlaggebend sein könnte, und er fragt sich, wie er mit der porträtierten Person am besten interagieren kann.

Die meisten Fragen und Unsicherheiten bei solchen Workshops werden zum Anfangen mit der Porträtfotografie an sich und zur Kommunikation mit dem Modell gestellt. Vielleicht hat dieser Anfänger gar kein erfahrenes Modell, sondern ein normales Familienmitglied oder eine Person aus dem Bekanntenkreis vor der Linse. Gerade solche Person sind anfangs besonders unsicher, weil sie noch nie vor der Kamera standen oder gar negative Erfahrungen gemacht haben, sei es mit dem letzten Fotografen oder den Bildergebnissen.


Hier in diesem Buch findet man 50 gute Ansätze, wie man als Anfänger die Porträtfotografie angehen und sich darin verbessern kann:

Angefangen vom Finden seiner ersten „Menschen“ vor der Kamera, über geeignete Aufnahmesituationen, förderliche Posen, bis zu einer positiven Kommunikation miteinander, um das Ganze zu einem angenehmen Erlebnis für alle Anwesenden, den Fotografen und das Modell, zu machen. Damit dann als Ergebnis ansprechende, natürliche und authentische Porträts entstehen können.

 

Tolle Porträts spiegeln für mich immer die individuellen Emotionen wider.

Man könnte mit den einzelnen Kapiteln zum Thema Lichtsetzung, Posing, Kommunikation, Kreativität ganze einzelne Bücher füllen.
Das Hauptproblem des Anfängers ist aber zumeist eine Handlungsunsicherheit, sei es die eigene Unsicherheit als Fotograf oder die Unsicherheit des Modells. Derartige negative Emotionen übertragen sich sogar auf die jeweils andere Seite.

 

Ich finde Benjamin Wohlerts Ratschläge wegen der Praxisnähe gerade für die Anfänger der Porträtfotografie sehr empfehlenswert; ich hätte dieses Buch gerne vor meinem ersten eigenen Porträttag als Fotograf gelesen.

Hier finden sich komprimiert 50 allgemein verständliche und auch umsetzbare Ratschläge, um als Anfänger typische Unsicherheiten gleich bei den ersten Versuchen überbrücken zu können.

 

Ich wünsche viel Freude und Erfolg mit dem eigenen Start in die Porträtfotografie!

 

Wer sich für ein paar zusätzliche Tipps von Benjamin interessiert, findet hier seinen Gastbeitrag: Porträtfotografie im Flow – wie machst Du bessere Porträts mit unerfahrenen Models?

 

 

Buchdaten:

 

Format: Taschenbuch & eBook
   
ca. Maße (BxLxT): 15 x 23 x 1 cm
Seitenanzahl: 146
ca. Gewicht:  
   
Autor(en): Benjamin Wohlert
Verlag: Eigenverlag
Auflage: 1
Erschienen am: 08.05.2020
   
ISBN: 9798644094370
Preis in (D): 24,98 € / 9,99 €

 

 

Links:

 

Link: Benjamin Wohlert - Fotografieren im Flow *

 

Link: Benjamin Wohlert - Homepage

Link: Benjamin Wohlert - Instagram

 

Link: Benjamin Wohlert - Podcast: Fotografie+Mathe+Persönlichkeitsentwicklung

Link: Benjamin Wohlert - Podcast (auf Apple Podcasts)

 


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Benjamin Wohlert - Portraitfotografie im Flow

Benjamin Wohlert - Portraitfotografie im Flow

 

Wie machst Du bessere Portraits mit unerfahrenen Models?

 

 
4 untypische Tipps, mit denen Du Menschen so fotografierst, dass sie hinterher nicht nur von den Bildern positiv überrascht sind, sondern sich beim Fotografiert-Werden auch super wohlfühlen!

 

Eines vorweg: Wenn Du das hier Gelesene „mal eben schnell“ anwenden möchtest, wird das nicht funktionieren. Portraitfotografie hat sehr viel mit Kommunikation zwischen Menschen zu tun, und diese braucht ihre Zeit.

 

 

1) Zeit ist ein extrem wichtiger Faktor


Sorge dafür, dass Du ausreichend Zeit für das Shooting hast und nie Hektik aufkommt.


Du solltest Dir keine Termine für nach dem Shooting festlegen, sonst hast Du diese permanent im Hinterkopf…
Wenn Du Dir Zeit nimmst fürs Fotografieren, vor allem auch für die wichtige Kennenlernzeit davor und für Pausen, wirst Du mit wesentlich besseren und natürlicheren Gesichtsausdrücken deines Models belohnt.

Meine Erfahrung zeigt, dass die Leute sich hinterher hauptsächlich Fotos aus der zweiten Hälfte (nach ca. 2-4 Stunden!) des Shootings aussuchen – und das ist kein Zufall.
Hier sind sie einfach mehr „sie selbst“ auf den Bildern und daher gefallen sie sich dort viel besser. Aber auch Betrachter des Bildes, die die Person überhaupt nicht kennen, bewerten die später gemachten Fotos deutlich besser.


Man spürt es einfach, wenn ein Blick oder ein Ausdruck ehrlich, unverkrampft und einfach echt ist!

 

2) Schau nicht so oft aufs Kameradisplay


Ich weiß, dass das verlockend ist. Man macht ein Foto, und hat das Gefühl, es ist gut geworden. Dann nur mal schnell einen Blick darauf werfen! Schon bist Du wieder raus aus dem Flow.

 

Aber das Model will doch auch zwischendurch Bilder sehen, sagst Du? Ich erkläre vorher immer, dass es so meine Art ist, keine Bilder während des Shootings zu zeigen (Ausnahme: In den Pausen). Das wurde bisher immer akzeptiert. Solange ich selbst nicht ständig am Display hänge, ist das auch gar kein Problem!
Viele Fotografen sagen, ihre Modelle wollen doch die Rückmeldung über die Bilder, weil diese sehen möchten, wie sie auf dem Bild wirken und wissen wollen, was sie anders machen sollten beim Posing oder Ausdruck.
Sie sagen, das gäbe der Person doch Sicherheit.

 

Ich verfolge da einen anderen Ansatz: Beim Fotografieren achte ich auf alles, und das Vertrauen zwischen Fotograf und Model kann gerade dadurch wachsen, dass es mir diese Kontrolle überlässt.
Bedenke auch: Es geht hier ums Fotografieren von Anfängern, oder Menschen, die noch nie vor der Kamera standen. Das „falsche Bild“, das Du zwischendurch zeigst, kann für viel mehr Unsicherheit sorgen, als ein „richtiges Bild“ für Sicherheit sorgen würde.

 

Mein Rat: Stelle die Rückschauzeit von Fotos an Deiner Kamera aus. Mache Bildserien von 15-20 Bildern und kontrolliere dazwischen mit einem raschen Blick, ob die Einstellungen der Kamera noch passen. Je erfahrener Du wirst, desto länger können Deine Bildserien werden, bevor Du wieder aufs Display schaust.

 

3) Emotionen spiegeln sich


Gefühle werden immer zwischen Menschen gespiegelt. Vielleicht hast Du davon schon mal gehört. Das bedeutet, wenn Du unsicher wirkst, ist es Dein Model ebenfalls!

 

Daher solltest Du mit Deinem Verhalten signalisieren, dass das Model bei Dir in guten Händen ist und sich voll auf Dich verlassen kann.
Nutze dies zu Deinem Vorteil – wenn Du zum Beispiel lachende, gut gelaunte Bilder haben möchtest, sei ansteckend lustig, aber natürlich nicht zu albern. Ernst zu sein und eine Anweisung zu bringen wie „jetzt mal offen Lachen“ führt nur in den seltensten Fällen zu natürlich wirkenden Ergebnissen!

 

Übrigens finde ich mittlerweile, dass in sehr vielen Fällen ein ernster oder zumindest neutraler Gesichtsausdruck eine professionellere Wirkung auf einem Foto hat.
Das ist auch eine Stilfrage – es gibt Menschen, die stehen total auf freudestrahlende Bilder, für andere sind permanente Lach-Fotos die pure Qual – Das ist definitiv etwas, das Du im Gespräch mit dem Model herausfinden solltest.

 

4) Tu das, was das Wohlbefinden Deines Models steigert und eliminiere alles, das es mindert


Es gibt vieles, das sich negativ auf das Wohlbefinden Deines Models auswirken kann.

Um nur ein paar Punkte zu nennen: „Zuschauer“ beim Shooting jeglicher Art (ja, auch Assistenten oder der Freund/die Freundin!), Hunger, Durst, Zeitdruck/Stress, zu helles Licht, Kälte oder Hitze, unbequeme Schuhe, Kleidung, in der sich die Person nicht wohlfühlt…

 

Kehre einfach all diese negativen Dinge um bzw. beseitige sie – dann machst Du schon mal eine Menge richtig.
Versetze Dich in den Menschen hinein und überlege Dir, was Dich stören würde. Und wo Du Dir nicht sicher bist, frag beim Model nach!

 

Wenn Du die Ausdauer hattest, bis hierhin zu lesen, Glückwunsch :)

Nun an die Umsetzung! Wenn Du auch nur die Hälfte von dem Gesagten dauerhaft anwendest, garantiere ich Dir, dass Du Dich automatisch verbessern wirst!

 

Ich wünsche Dir bei allen weiteren Fotoshootings viel Erfolg, eine schöne Zeit und allzeit gut‘ Licht!


Weitere Fotografie-Tipps finden sich immer mal wieder unter meinen Fotos auf Instagram (Link siehe unten) und natürlich in meinem Buch "Fotografieren im Flow"!

 

 

Franz Zwerschina - Natürliche Porträtfotografie

Franz Zwerschina - Natürliche Porträtfotografie

Mit einfachen Mitteln zu authentischen Fotos

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Franz Zwerschina - Natürliche Porträtfotografie

 

 

Inhalt:

 

Ich suchte ein Anfängerbuch, welches man jemanden an die Hand geben kann, der sich erstmalig mit dem Beginn in der Porträtfotografie auseinandersetzen möchte.

 

Die mir im Vorfeld bekannten Abbildungen und Bilder aus dem Buch zeigten eher einfache und natürliche Resultate, keine „MasterClass“ - Bilder oder durch diverse Bearbeitungsfilter gelaufene Fotos. Dies kann gerade für einen Anfänger motivierend sein, da solche Bildergebnisse schneller und einfacher nachgestellt werden können. Die Hürde zur Anfertigung der ersten eigenen Porträts, dem überhaupt Anfangen, fällt naturgemäß kleiner aus, wenn man sich nicht die Werke der großen Foto - Meister zum Ziel nimmt.


Dieses Buch von Franz Zwerschina mit dem Titel "Natürliche Porträtfotografie"* aus dem dpunkt.Verlag richtet sich an den fotografischen Einsteiger.

 

Geschrieben wurde es von einem autodidaktischen Fotografen, der sich ohne Fachausbildung vom Laien zum Ratgeber entwickelt halt. Auch deshalb ist es in meinen Augen für einen Anfänger empfehlenswert. Die bei einem Anfänger typischen Probleme und Bildfehler hat der Autor bereits bei sich selbst durchlebt und eine eigene Lösung zur Bewältigung gesucht. Gleichzeitig ist das Buch auf die typischen Mittel eines Beginners beschränkt; es wird keine besondere technische Ausstattung vorausgesetzt.

 

Fotografiert werden kann mit jeder Kamera und ohne Blitz. Es wird sogar nur die Fotografie mit natürlichem Licht, ohne Blitz, beschrieben und nur eine solche favorisiert.

 

Gerade der textliche Inhalt hat mich positiv überrascht. Der Autor überlegt bereits sorgfältig im Vorwort, in welcher Art und Weise er sein Wissen vermitteln möchte. Nicht nur in welcher didaktischen Form, sondern auch, mit welchen Mitteln er zu ansprechenden Porträts gelangen möchte.

Franz Zwerschina favorisiert Porträts ohne großen technischen Aufwand, mit einfachen Mitteln, ohne Blitz und ohne große bildtechnische Nachbearbeitung, somit auch für jeden Anfänger kopierbar.
Generell mag er Porträts möglichst ungestellt und natürlich im Bild-Look, insgesamt authentische Bilder.

 


Die Frage zu dem „Warum dieses Buch“ stellt sich der Autor an dieser Stelle in der Einleitung ebenfalls selbst und offenbart dabei ein Problem, das angehende Fotografen häufig trifft:

Das Talent für die Fotografie ist nicht außergewöhnlich groß, weder die bildliche Vorstellungskraft ist besonders ausgeprägt, noch die Fähigkeit spannende Situation vorauszuahnen. Man trifft auf ein Modell und fragt sich: Was ist zu tun, um von dieser Startbasis aus ansprechende Bilder als Resultat zu bekommen? Viele angehende Porträt-Fotografen werden genau dieses Problem kennen.

Diese Fragen werden durch den Autor mit Hilfestellungen und Erklärungen beantwortet, die er selbst mittels des eigenen mühsamen Lernens erfahren hat. Jeder Anfänger wird sich auch hier wiedererkennen.

 

Es handelt sich schwerpunktmäßig um ein Lehrbuch für Porträts und nicht um ein Grundlagenwerk für Fotoanfänger. Themen wie ISO/Blende/Zeit werden nur ganz kurz angerissen; ein Anfänger wird die Kamerabedienung woanders lernen müssen. In diesem Buch geht es erfreulicherweise um wichtigere Dinge, wie das zur Verfügung stehende Licht und auch Soft-Skills im Umgang mit dem Menschen vor dem Objektiv.

Dabei geht es Franz Zwerschina nicht um das Finden von Idealbedingungen, sondern um das Erzielen von idealen Ergebnissen unter den gegebenen Bedingungen.

 

Die ehrlichen Antworten und die Offenlegung der eigenen anfänglichen Unzulänglichkeit werden flankiert durch das Abbilden nicht nur der guten Bild-Resultate, sondern auch durch das Zeigen der eigenen schlechten Fotos. Bilder wie sie jeder Anfänger kennt und auch schon selbst gemacht hat. Solche „schlechten“ Anfänger-Fotos sind in Publikation typischerweise nicht zu finden. Gerade diese sind aber für einen Anfänger lehrreich, da er sich schnell wiedererkennt und die jeweilige Situation mit einem gegenübergestellten Bild besserer Qualität vergleichen kann.

Der Weg vom anfänglichen schlechten zum besseren Bild findet sich im Text erklärt.

 

 

Sehr gut haben mir die Beschreibungen des Umgangs mit den Modellen und den Posen gefallen. Genauso wie die Tipps zur Erzeugung eines schönen Bokehs bzw. von Unschärfen im Bild mit einfachen Mitteln: Vorhänge, Einrahmungen oder vorgehaltene Nylonfasern. Auf solche Ideen kommt ein Einsteiger nicht von alleine.

Das Kapitel über das Licht hätte ich mir ausführlicher und strukturierter gewünscht. Gerade für einen Anfänger fände ich eine ausführliche Nennung und Gegenüberstellung der verschieden möglichen Lichtrichtungen hilfreich, kommen doch bei einem Porträt mit Auflicht ganz andere Ergebnisse heraus, als bei Seitenlicht oder Gegenlicht. Und nur wenn man sich über das Licht als Hauptarbeitsmittel der Fotografie im Klaren ist, kann man zielgerichtet und ohne langes Probieren ein Beauty-Porträt oder ganz gegensätzlich, ein Charakter-Porträt anfertigen.

 

Ein – bei einem Fotobuch – unerwarteter Umstand ist es, dass sich hier ständig Verweise zur Filmkunst finden lassen.

 

Ob der Autor sich nur als Filmfreak (Kenner der Regie, Dramaturgie und Beleuchtung) outen möchte, oder ob er die Parallelen zur Fotografie fast lehrbuchartig aufzeigen möchte, blieb für mich unerschlossen. Ich zumindest habe auch viel Neues über mir bekannte Kino - Filme und Regisseure gelesen und gelernt. Wer möchte, kann diese Anekdoten ja einfach überlesen. Die Übersichtlichkeit der Fotothematik fördern diese Film-Einschübe jedoch nicht.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Franz Zwerschina - Natürliche Porträtfotografie - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Franz Zwerschina - Natürliche Porträtfotografie - Rückseite

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Fazit:

 
Mit dieser Anleitung und Erklärung gelangt ein Porträt - Anfänger zum gewünschten Ergebnis: reproduzierbare „bessere Bildern“.

Im Kern der Überlegungen stehen eine gute Vorbereitung und der richtige Umgang mit dem Porträtierten. In diesem Buch geht es um „gute“ Fotos und nicht um „perfekte“ Fotos.

 

Gerade der Einsteiger wird so motiviert und er verliert die Scheu vor dem eigentlichen Anfangen. Diese Arbeitsanleitung ist sehr gut strukturiert, nachvollziehbar und kurzweilig geschrieben, beim Lesen wird man nicht ermüdet. Die Überlegungen von Franz Zwerschina sind gut nachzuvollziehen.

Das Buch ist somit für einen Anfänger gut geeignet, um zu den ersten ansehnlichen Porträtfotos zu gelangen.

 

Wie der Autor selbst schreibt:

Er hat sich überlegt, welches Buch er als Beginner der Porträt-Fotografie gerne selbst gehabt hätte, und er hat versucht, eine solche Arbeitsanleitung zu schreiben.

 

Meiner Meinung nach ist es ihm sehr gut gelungen und genau für diese Zielgruppe kann ich es empfehlen. Als Anfänger, der sich erstmalig mit der Anfertigung von Porträts beschäftigen möchte, hätte ich es auch gerne schon zu diesem Zeitpunkt gelesen.

Fortgeschrittene sollten die meisten Tipps dieses Buchs schon kennen und solchen würde ich genauso wie an der Blitzfotografie interessierten Fotografen zu einem anderen Buch raten.

 

 

Buchdaten:

 

Format: Taschenbuch
   
ca. Maße cm (BxLxT): 18 x 25 x 1,5
Seitenanzahl: 112
ca. Gewicht: 640 g.
   
Autor(en): Franz Zwerschina
Verlag: dpunkt
Auflage: 1
Erschienen am: 29.10.2018
   
ISBN: 9783864905926
Preis in (D): 29,90 €

 

Links:

Franz Zwerschina - Natürliche Porträtfotografie* 

*

 

Link: Franz Zwerschina - Homepage

Link: dpunkt.Verlag

 


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Vincent Peters - Personal

Vincent Peters - Personal

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Vincent Peters - Personal

 

 

Inhalt:

 

Die Person Vincent Peters

 

Vincent Peters, Jahrgang 1969, ist geborener Bremer und als junger Mann nach New York gegangen, um dort das Handwerk der Fotografie zu lernen.

Nach seiner Rückkehr nach Europa arbeitete er erst für Kunstgalerien, bis er 1999 als Modefotograf bei der Agentur von Giovanni Testino einstieg. Innerhalb kürzester Zeit wurden seine Fotos für Kampagnen der weltweiten Marken wie Bottega Veneta, Dior, Emporio Armani, Hugo Boss, La Perla, Louis Vuitton, Yves Saint Laurent, und viele andere verwandt.

Seine Bilder erschienen ab diesem Zeitpunkt in allen internationalen Magazinen von Rang und Namen und die Liste der von ihm porträtierten Stars scheint unendlich lang zu sein.

 

Der fotografische Stil

 

Mittlerweile unterliegt er als Star-Fotograf auch den Zwängen seiner Auftraggeber, die zwar seine Art der Fotografie kennen würden, ihn aber trotzdem nötigen, digital zu fotografieren.

 

Von der technischen Seite her gesehen mag Vincent Peters es eigentlich lieber analog, meistens ganz klassisch Schwarz-Weiß, mit feinem Korn, setzt das Licht als Dramaturgie ein und verändert dadurch das Modell und den Bildausdruck.

Am liebsten nutzt er bis heute seine erste Kamera, eine analoge Mittelformat - Kamera, die Mamiya RZ mit nur einem 110 mm - Objektiv. Digital sei ihm zu scharf in der Abbildung, würde ihm viel Atmosphäre nehmen. Seine Bilder leben von der räumlichen Atmosphäre, Bilder vor einer weißen Wand könne man von ihm nicht erwarten.

Peters fotografiert sehr viel mit Dauerlicht, was man seinen Bildern auch ansieht. Gerade die oftmals von ihm eingesetzten ARRI – Scheinwerfer geben seinen Bildern den typischen Mode - Look.

 

Kreativität bedeutet bei ihm, anders als viele andere Fotografen, dass er ohne große Anweisungen an das Modell arbeitet, seiner inneren Intuition Raum lässt und gerne improvisiert.

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung zu seinem neusten Buch „Personal“, sagte der international erfolgreiche Star - Fotograf humoristisch in einem Interview:

„Man hat einen gewissen Geschmack, das kommt auch von innen. Man ist, was man ist, man kann nicht aus seiner Haut, aber man kann das kultivieren. Daraus entsteht das eigene Bild und irgendwann nennt man das den eigenen Stil“.

 

Was ist nun der eigene, der persönliche, Stil von Vincent Peters?

 

Es würde nicht einen Stil geben, so wie es nicht eine Sicht von einer Person geben würde.

„Ist die Person, die ich fotografiere, wirklich die Person, die sie sein will? Hat die Person die gleiche Idee von sich selber, die ich von ihr als Fotograf habe? Es gibt die Version der Person, wie sie öffentlich bekannt ist, es gibt die Version, wie sie wirklich ist, es gibt die Version des Fotografen, … da kommt viel zusammen“.

 

Das Foto entsteht bei Peters im Bauch, nicht im Kopf. Dieses innere Bedürfnis lässt bei ihm ein Bild entstehen, und zur richtigen Zeit hält er es nur noch mittels des Auslösers fest.

 

Sein zweites Buch: "Personal"

 

Dieses Buch Vincent Peters - Personal* ist sein zweiter Bildband und beinhaltet eine Zusammenstellung seiner persönlichen Arbeiten, bei denen er ohne Auftrag und ohne äußere Zwänge arbeiten konnte.

 

Herausgekommen ist ein Bildband, der ausschließlich dem weiblichen Geschlecht gewidmet ist und durchgehend klassische und einfühlsame Porträts zeigt.

Es werden im Großformat 235 Duplex-Aufnahmen und 15 Farb-Fotografien gezeigt. Unter ihnen sind wieder viele Stars zu entdecken, Penélope Cruz, Linda Evangelista und Irina Shayk sind nur einige seiner Lieblingssujets. Diese Bilder sind aber nach eigentlich anderen werblichen Fotostrecken entstanden. Es handelt sich um überwiegend bislang unveröffentlichte Aufnahmen, die nach Modestrecken zu persönlichen Zwecken und teilweise als Aktaufnahmen angefertigt wurden.

„Ich habe vor einiger Zeit angefangen, nach Shootings noch ein paar zusätzliche Aufnahmen zu machen, nur für mich und das Model. Ich kann dann einfach freier arbeiten, als wenn dreißig Leute um mich herum stehen, die alle mitreden wollen. Die meisten Fotos der Ausstellung sind auf diese Weise entstanden“, verriet er in einem FAZ-Interview.

 

Viele dieser Fotos wirken als Standbilder einem Film Noir der 50er Jahre entsprungen, die Modelle posieren im Ballettkleid oder teilweise nackt und verletzlich.

„Ich bin zwar beeindruckt von der Hochkultur des Lichts im Film der dreißiger bis hin zu den Fünfzigerjahren, etwa in „Der Dritte Mann“ oder „Blonde Venus“. Und mir geht es darum, Gefühl zu übertragen und eine gewisse Dramatik zu erzeugen, und das geschieht mit Hilfe des Lichts. Aber viel wichtiger als alle technischen Aspekte ist die Art und Weise, wie ein Modefotograf die Frau sieht. – Bei Ellen von Unwerth zum Beispiel wirkt sie lebenslustig, verführerisch, überdreht. Peter Lindbergh zeigt eher die emotionale und melancholische Seite. Jürgen Teller feiert das Atypische. Steven Meisel arbeitet Androgynität heraus. Die Frau, die ich suche, ist gefühlvoll, nachdenklich, sie trägt vielleicht einen Konflikt mit sich aus. Ich glaube, es steckt viel von Romy Schneider in ihr“, fasst er im gleichen Interview zusammen.

 

Peters beschreibt diesen Band selbst, als einen Versuch seine Ehe wieder aufzufrischen; er meint seine Beziehung zur Fotografie.

„Da war mal etwas, was das sehr gut war; wir haben uns mal sehr gemocht. Welche Bilder habe ich sehr gemocht, ohne dass ich von außen beeinflusst wurde? Was sind die Bilder, die ich wirklich machen möchte? Ich wollte eine Bestandsaufnahme machen; wo komme ich her, so gut bin ich und wohin kann ich mich noch entwickeln?

 

Das Buch heißt Personal, weil es für mich selbst ist, so wie ich alle Bilder für mich selber mache“.

 

Sein Kreativ-Tipp

 

Sein Tipp für Fotografen, die sich weiterentwickeln möchten:

„Sturheit ist wichtig; Augen zu! Und was siehst Du dann für Bilder, die Du nicht siehst? Geh nach innen und denke nicht an Technik. Ein gutes Bild hat Empathie und die hat es nur, wenn das Bild das ausdrückt, was Du fühlst. Denke darüber nach, was Du fühlst, und diese Gefühle muss man in der Folge technisch umsetzen. … Es geht um eine Sinnlichkeit, die ich vermitteln möchte. Und dieses Gefühl muss den anderen erreichen!“

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Vincent Peters - Personal - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Vincent Peters - Personal - Rückseite

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Fazit:

 
Mit minimalen Mitteln entstehen hier zeitlose, aber dramatische Porträts, die Raum für die Fantasie des Betrachters lassen. Intim, romantisch, voyeuristisch und glamourös zugleich. Der Betrachter sieht die schönsten Modelle von einer unerwarteten Seite.

Peters deutet mit leisen Tönen viel an und baut Spannung durch Lichtabfall und Verstecken auf. Auf mich wirken seine Bilder mit den dezent ausgeschmückten weiblichen Modellen sehr feinfühlig und sinnlich in einer Zeit der digitalen Schärfe. Sie sind subtil und zwischenzeilig, aber mitteilend, wenn man in ihnen lesen möchte.

 

Wer den eigentlichen Vincent Peters kennenlernen möchte, besucht eine seiner Ausstellungen oder schaut sich diesen wirklich großformatigen und hochqualitativen Band im vorzüglichen Stil an.

Dieses Buch ist erstklassig gedruckt auf ebensolchem Papier. Ein Band zum Verlieben, daher finde ich den Preis von knapp Euro 100 angemessen.

 

Für mich ein unglaubliches Buch. Vincent Peters ist für mich ein großer Meister des Lichts ähnlich wie Bruce Weber. Man kann unglaublich viel Inspiration aus diesem Buch schöpfen. Mich erreicht dieses Buch; großes Gedanken - Kino.



Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße cm (BxLxT): 29 x 36 x 2,5
Seitenanzahl: 112
ca. Gewicht: 2600 g.
   
Autor(en): Vincent Peters
Verlag: teNeues
Auflage: 1
Erschienen am: 15.09.2016
   
ISBN: 9783832734091
Preis in (D): 98,00 €

 

Links:

 

Vincent Peters - Personal* 

*

 

Link: Vincent Peters - Homepage

Link: teNeues Verlag - Homepage

 

Wer sich mehr für Vincent Peters werbliche Modefotografie interessiert, sei sein erster Bildband empfohlen. Er ist anders, aber ebenfalls großartig. Große bekannte Namen, sehr plakativ inszenierte Porträts für eigentlich alle große Namen der Werbefotografie:

Vincent Peters - The Light Between Us – Virtuose klassische Porträts

 


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von Vasco R. Tintrup, Herausgeber:

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