Nude

Andreas H. Bitesnich - PolaNude

Andreas H. Bitesnich - PolaNude

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas H. Bitesnich - PolaNude

 

 

Inhalt:

 

Der Fotograf

 

Ich finde die Arbeiten von Andreas H. Bitesnich schon an sich interessant und ich schätze ihn als Meister des Lichts für seinen klaren kraftvollen Stil.

Er zählt für mich zu den besten Aktfotografen, wobei mir neben einer sorgfältigen Ausleuchtung immer wieder seine außergewöhnlichen Figurenkompositionen bzw. Anordnungen der dargestellten Personen auffallen.

 

Der Fotograf meint über sich selbst: „Irgendetwas in mir sagt mir, dass es kaum etwas Schöneres gibt, als den menschlichen Körper immer wiederzuentdecken“.

 

Andreas H. Bitesnich komponiert aus einer Person oder einem Paar sorgfältig fast abstrakte Kompositionen und überrascht dadurch immer wieder mit neuen Sichtweisen. Viele seiner Bilder sehen aus wie menschliche Skulpturen und erinnern an Werke aus der klassischen Malerei oder griechischen Bildhauerei. Dieser konsequent reduzierten und grafischen Komposition gewährt er Vorrang vor dem erotischen Moment. Sein Stil Akte mit skulpturalen Charakter zu fotografieren ist unverwechselbar.

Dieser Art der Fotografie kommt sicherlich zugute, dass er nicht nur mit perfekten Modellen arbeitet, sondern überwiegend mit professionellen Sportlern und Tänzern, die diese Formen in seinen Fotografien darstellen können. Gewöhnliche Modelle würden es mit dieser Akrobatik wohl schwer haben.

 

Für sein erstes Buch „Nudes“ gewann er den renommierten Kodak Photography Book Award.

 

Die Technik: Polaroids

 

Dieser großformatige Hardcover Band Andreas H. Bitesnich - PolaNude* aus dem renommierten teNeues Verlag verspricht Interessantes, liegt bei diesem doch die Betonung auf dem ersten Teil des Titels.

Die Bildtechnik ist hier das Ungewöhnliche, handelt es sich doch um ursprüngliche analoge Polaroids. Gezeigt werden 110 Farbfotografien und 96 Schwarz-Weiß-Aufnahmen.

 

Warum fotografiert(e) man Polaroids?

 

In unserer digitalen (Foto-) Welt haben analoge Polaroids ihren früheren eigentlichen Sinn und Zweck verloren und der jüngeren Generation der Fotografen ist der ursprüngliche Zweck nicht mehr geläufig.
Heutzutage kennen Amateure oder Modelle den Begriff Polaroid nur noch als Aufforderung, ein natürliches und unbearbeitetes Foto an den Fotografen oder eine Agentur zu übersenden. Damit man die Person des Modells vorab quasi „in natura“ beurteilen kann.

In der analogen Zeit musste ein Fotofilm nach der Aufnahme erst noch entwickelt und bei einem Negativfilm gegebenenfalls noch vergrößert, auf Papier abgezogen, werden. Dies dauerte mindestens ein oder zwei Stunden. Gerade bei aufwendigen Produktionen im professionellen Bereich wurden daher vor der eigentlichen finalen Aufnahme Polaroids zu Testzwecken angefertigt. Nur auf diesen konnte der Fotograf die Lichtwirkung direkt vor dem eigentlichen Finalbild ohne Verzögerung noch einmal überprüfen. Eine Ansicht der Motivsituation auf einem Kameradisplay oder gar die Betrachtung eines Histogramms war damals noch nicht möglich.

 

Der Polaroid-Sofortbildfilm war zwar sehr teuer, aber daher kein Luxus. Er war immer noch billiger als ein komplett fehl belichteter Mittelformat- oder gar Großbildfilm. Gar nicht zu denken an die Kosten eines ganzen verlorenen Produktionstags vom gesamten Fototeam.

Dieser „Sofortbild“-Film hatte sich erst mit dem Aufkeimen der digitalen Technik überlebt, konnte man doch ab diesem Zeitpunkt sein Foto direkt nach der Aufnahme auf dem Kameradisplay oder am Computer beurteilen. Zurückgekehrt sind ähnliche „Sofort-Bilder“ auf Papier erst wieder mit dem Aufkeimen des Interesses einer jungen Generation, welche die analoge Fotografie nicht direkt kennt und nun erstmals ausprobieren möchte. So wurde der momentane Fuji Instax – Hype geboren.

 

Das Buch: PolaNude


In diesem Buch geht es aber um die Polaroids der noch analogen Zeit.

 

Diese waren keine unvorbereiteten Fotos, sondern fast finale Endbilder. Alles war für die finale Aufnahme eingerichtet und man wollte nur noch einmal die Belichtung und Bildwirkung testen, quasi das direkt nachfolgende Endbild durch Kontrolle absichern. Lediglich letzte kleine Fehler oder Details wurden danach noch einmal gerichtet und natürlich fehlt die abschließende analoge Bildbearbeitung.

Unmittelbar nach der darauffolgenden finalen Bildaufnahme auf Film hatten die angefertigten Polaroids ihren (Test-) Zweck erfüllt und wurden entweder entsorgt oder auch vereinzelt dem Modell als Geschenk und Erinnerungsstück an das Shooting mitgegeben. Dass ein Fotograf diese aufbewahrte, stellte eher eine Ausnahme dar.

 

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Bildband, die begleitenden (mehrsprachigen) Texte beschränken sich auf eine Einleitung und ein paar Erklärungen. Der Rest des Buchs ist den 206 Bildern gewidmet.

Diese werden in Originalgröße oder teilweise zu mehreren auf einer Seite abgebildet. Das bedeutet zugleich, dass auf den einzelnen Seiten auch Freiraum, „negativer Raum“ zum Atmen der Fotos vorhanden ist. Manche Leser haben sich schon gewundert, dass die Bilder „nur“ so klein seien; es handelt sich um das originale Maß, die Bilder wurden nicht künstlich verändert.

 

Mit den abgedruckten Fotos hat man zunächst einmal die Gelegenheit, an der vergangenen analogen Zeit teilzuhaben, und diese erlauben einen Blick hinter die Kulissen des Fotografen. Man sieht Fotos ohne abschließende Bildbearbeitung, erkennt den fotografischen Anteil am Endprodukt.

Zwar sind die nachfolgenden finalen Bilder nicht mit abgedruckt, ein direkter Vergleich mit diesen ist daher nicht möglich. Wenn man aber den Fotografen und sein Werk kennt, ist es trotzdem interessant zu erkennen, wie viel bereits in diesem Stadium finalisiert wurde und was erst später noch in einer Nachbearbeitung passiert.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas H. Bitesnich - PolaNude - Vorderseite

Link: Vergrößern

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas H. Bitesnich - PolaNude - Rückseite

Link: Vergrößern

 


Fazit:

 

Ich meine, dass das Buch für angehende Studio-Fotografen interessant ist, die sich selbst an der Porträtfotografie versuchen möchten. Bei diesen Bildern hat sich Bitesnich wie bei den vorausgehenden Arbeiten von der bildenden Kunst, insbesondere von Egon Schiele, inspirieren lassen.

Gerade bei den Motiven von Bitesnich kann man die Proportionen der Modelle und das Licht-Set-Up wegen der ausgeprägten Körperlichkeit sehr gut beurteilen, auch wenn in diesem Buch vergleichsweise die Fotos weniger abstrakt und dafür etwas erotischer ausfallen.

Ich finde, es ist ein erstklassiges Buch mit lehrreichen Informationen zu klassischen Posen und passender Lichtsetzung.



Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße cm (BxLxT): 25,5 x 32,5 x 2,5
Seitenanzahl: 176
ca. Gewicht: 2000 g.
   
Autor(en):  Andreas H. Bitesnich
Verlag: teNeues
Auflage: 1
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Erschienen am: 01.11.2005
   
ISBN: 9783832790837
Preis in (D): 49,00 €

 

 

Links:

 

Andreas H. Bitesnich - PolaNude* 

*

 

Link: Andreas H. Bitesnich - Homepage

Link: teNeues Verlag - Homepage

 

 


* Als Affiliate-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Amazon und das Amazon-Logo sind Warenzeichen von Amazon.com, Inc. oder eines seiner verbundenen Unternehmen; Link: weitere Infos dazu

 

Richard Kern - New York Girls

Richard Kern - New York Girls

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Richard Kern - New York Girls

 

 

 Inhalt:

 

Das Buch New York Girls* in der Erstauflage aus dem Jahr 1997 beinhaltet mehr als 180 Schwarz-Weiß und Farbfotos des berüchtigten New Yorker Fotografen und Filmemachers Richard Kern.

Zu der Zeit als Richard Kern, Jahrgang 1954, in einem baptistischen Umfeld der USA heranwuchs, war Nacktheit in der Öffentlichkeit noch äußerst tabu.

 


Mit einer Per-Anhalter-Reise im Jahr 1971 begann als Schüler sein Interesse an Aktsachen.

 

Er wurde von einem Wagen mitgenommen, der mit jungen New Yorker - Glam-Girls besetzt war, die ihm als Hinterwäldler aus North Carolina mit ihrer Optik und ihren Erzählungen von Rockstars, Sex und Rock ’n’ Roll nachdrücklich beeindruckten.

1977 schließt er sein Studium als Bachelor of Fine Arts an der University of North Carolina at Chapel Hill ab und zieht daraufhin nach New York, wo er bis heute lebt und arbeitet. In New York landet er im East Village, das auch die Künstler- und Drogenszene anzog und als Schmelztiegel der 1990er Jahre gilt.

 

In New York angekommen wird ihm schnell klar, dass das Thema Nacktheit und Gewalt öffentliche Aufmerksamkeit erregt, der einfachste Weg ist, um persönliche Aufmerksamkeit zu erregen. Die Arbeit mit diesen Themen einen gesellschaftlichen Schlüsselreiz ausüben kann.

 

Bei Kerns Bildern handelt es sich nicht um Fetischfotografie, der Abbildung spezieller Themen.

 

In den 1980er Jahren dreht er einige Kurzfilme experimentellen und erotischen Inhalts. In ihnen wirken Szenegrößen und Musiker wie Lydia Lunch oder Henry Rollins mit und Kern wird einer der Hauptakteure des dortigen Undergroundfilms, des Cinema of Transgression.

Der Inhalt dreht sich rund um Sex, Gewalt und BDSM, die explizite Darstellung und diese Dinge tatsächlich zu tun. Als sein Meisterwerk wird „Fingered“ aus dem Jahr 1988 immer wieder zitiert. So sagt John Waters über diesen Film: es „ist der ultimative Film für Psychopathen. Er ist der Hillbilly-Punk-Kunst-Pornofilm der Welt; ich zeige ihn dem Publikum immer spätnachts, um die Leute glücklich zu machen.“

 


Als Fotograf lernt er „seine“ New York Girls dort im direkten Umfeld des Nachtlebens kennen.

 

Alle Fotos dieses Bildbandes sind zwischen den Jahren 1979 und 1987 in seinem privaten Appartement-Studio in New York entstanden, welches als Durchgangswohnung aus privatem Wohnbereich, Fotostudio und Dunkelkammer bestand.

 

Richard Kern sagte zu seinem ersten Buch: „Dieses Buch zeigt, wo ich die letzten 15 Jahre gewesen bin.

Die Models sind das, was ich unter New York Girls verstehe. Sie haben alle irgendwann einmal in Manhattan gelebt, angezogen von dem Lifestyle und der Sehnsucht nach Abenteuer.“

 

Dabei versucht er mit einer objektiven, sachlichen Herangehensweise die Absurdität seiner Zeit zu porträtieren.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Richard Kern - New York Girls - Vorderseite

Link: Vergrößern

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Richard Kern - New York Girls - Rückseite 

Link: Vergrößern

 

 

Fazit:

 

Bei diesem Buch handelt es sich um die originale Erstausgabe von 1997.

 

Zum damaligen Zeitpunkt stellte der Inhalt eine absolute Grenzüberschreitung dar, die selbst den damaligen Richard Kern - Fans zu stark war: Nacktheit so explizit und provokativ zu zeigen.

Einige eigentlich zur Veröffentlichung vorgesehene Fotos wurden daher gar nicht in diesem Buch publiziert und tauchen erstmalig zwanzig Jahre später in der zweiten Auflage "New YorkGirls - 20th anniversary" auf.

 

Heute wirken die Bilder auf mich wie aus einer anderen Zeit.

Weder besonders kreativ ausgeleuchtet, noch besonders visionär oder außergewöhnlich pornografisch.

Die Skandalwirkung hat sich durch den aktuellen Zeitgeist deutlich abgeflacht und das Buch erscheint wie ein Konglomerat alter Magazinfotos aus dieser Zeit, eher wie eine Geschichtsstunde.

 

Insgesamt erinnert es mich an die Themen des japanischen Fotografen Nobuyoshi Araki: Nachtleben, nackte Haut und Bondage.

Dessen Werke aus dieser Zeit wirken auf mich heutzutage aber noch deutlich frischer und geheimnisvoller als die hier gezeigten Fotos.

 

 

Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße (BxLxT): 24 x 20,5 x 2,5 cm
Seitenanzahl: 208
ca. Gewicht:  
   
Autor(en): Richard Kern
Verlag: Taschen
Auflage: 1
Erschienen am: 01.04.1997
   
ISBN: 9783822881804
Preis in (D): 30,00 €

 

 

Links:

 

Richard Kern - New York Girls *

 

Link: Richard Kern - Homepage

Link: Taschen - Verlag

 


* Als Affiliate-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Amazon und das Amazon-Logo sind Warenzeichen von Amazon.com, Inc. oder eines seiner verbundenen Unternehmen; Link: weitere Infos dazu

 

Vincent Peters - Personal

Vincent Peters - Personal

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Vincent Peters - Personal

 

 

Inhalt:

 

Die Person Vincent Peters

 

Vincent Peters, Jahrgang 1969, ist geborener Bremer und als junger Mann nach New York gegangen, um dort das Handwerk der Fotografie zu lernen.

Nach seiner Rückkehr nach Europa arbeitete er erst für Kunstgalerien, bis er 1999 als Modefotograf bei der Agentur von Giovanni Testino einstieg. Innerhalb kürzester Zeit wurden seine Fotos für Kampagnen der weltweiten Marken wie Bottega Veneta, Dior, Emporio Armani, Hugo Boss, La Perla, Louis Vuitton, Yves Saint Laurent, und viele andere verwandt.

Seine Bilder erschienen ab diesem Zeitpunkt in allen internationalen Magazinen von Rang und Namen und die Liste der von ihm porträtierten Stars scheint unendlich lang zu sein.

 

Der fotografische Stil

 

Mittlerweile unterliegt er als Star-Fotograf auch den Zwängen seiner Auftraggeber, die zwar seine Art der Fotografie kennen würden, ihn aber trotzdem nötigen, digital zu fotografieren.

 

Von der technischen Seite her gesehen mag Vincent Peters es eigentlich lieber analog, meistens ganz klassisch Schwarz-Weiß, mit feinem Korn, setzt das Licht als Dramaturgie ein und verändert dadurch das Modell und den Bildausdruck.

Am liebsten nutzt er bis heute seine erste Kamera, eine analoge Mittelformat - Kamera, die Mamiya RZ mit nur einem 110 mm - Objektiv. Digital sei ihm zu scharf in der Abbildung, würde ihm viel Atmosphäre nehmen. Seine Bilder leben von der räumlichen Atmosphäre, Bilder vor einer weißen Wand könne man von ihm nicht erwarten.

Peters fotografiert sehr viel mit Dauerlicht, was man seinen Bildern auch ansieht. Gerade die oftmals von ihm eingesetzten ARRI – Scheinwerfer geben seinen Bildern den typischen Mode - Look.

 

Kreativität bedeutet bei ihm, anders als viele andere Fotografen, dass er ohne große Anweisungen an das Modell arbeitet, seiner inneren Intuition Raum lässt und gerne improvisiert.

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung zu seinem neusten Buch „Personal“, sagte der international erfolgreiche Star - Fotograf humoristisch in einem Interview:

„Man hat einen gewissen Geschmack, das kommt auch von innen. Man ist, was man ist, man kann nicht aus seiner Haut, aber man kann das kultivieren. Daraus entsteht das eigene Bild und irgendwann nennt man das den eigenen Stil“.

 

Was ist nun der eigene, der persönliche, Stil von Vincent Peters?

 

Es würde nicht einen Stil geben, so wie es nicht eine Sicht von einer Person geben würde.

„Ist die Person, die ich fotografiere, wirklich die Person, die sie sein will? Hat die Person die gleiche Idee von sich selber, die ich von ihr als Fotograf habe? Es gibt die Version der Person, wie sie öffentlich bekannt ist, es gibt die Version, wie sie wirklich ist, es gibt die Version des Fotografen, … da kommt viel zusammen“.

 

Das Foto entsteht bei Peters im Bauch, nicht im Kopf. Dieses innere Bedürfnis lässt bei ihm ein Bild entstehen, und zur richtigen Zeit hält er es nur noch mittels des Auslösers fest.

 

Sein zweites Buch: "Personal"

 

Dieses Buch Vincent Peters - Personal* ist sein zweiter Bildband und beinhaltet eine Zusammenstellung seiner persönlichen Arbeiten, bei denen er ohne Auftrag und ohne äußere Zwänge arbeiten konnte.

 

Herausgekommen ist ein Bildband, der ausschließlich dem weiblichen Geschlecht gewidmet ist und durchgehend klassische und einfühlsame Porträts zeigt.

Es werden im Großformat 235 Duplex-Aufnahmen und 15 Farb-Fotografien gezeigt. Unter ihnen sind wieder viele Stars zu entdecken, Penélope Cruz, Linda Evangelista und Irina Shayk sind nur einige seiner Lieblingssujets. Diese Bilder sind aber nach eigentlich anderen werblichen Fotostrecken entstanden. Es handelt sich um überwiegend bislang unveröffentlichte Aufnahmen, die nach Modestrecken zu persönlichen Zwecken und teilweise als Aktaufnahmen angefertigt wurden.

„Ich habe vor einiger Zeit angefangen, nach Shootings noch ein paar zusätzliche Aufnahmen zu machen, nur für mich und das Model. Ich kann dann einfach freier arbeiten, als wenn dreißig Leute um mich herum stehen, die alle mitreden wollen. Die meisten Fotos der Ausstellung sind auf diese Weise entstanden“, verriet er in einem FAZ-Interview.

 

Viele dieser Fotos wirken als Standbilder einem Film Noir der 50er Jahre entsprungen, die Modelle posieren im Ballettkleid oder teilweise nackt und verletzlich.

„Ich bin zwar beeindruckt von der Hochkultur des Lichts im Film der dreißiger bis hin zu den Fünfzigerjahren, etwa in „Der Dritte Mann“ oder „Blonde Venus“. Und mir geht es darum, Gefühl zu übertragen und eine gewisse Dramatik zu erzeugen, und das geschieht mit Hilfe des Lichts. Aber viel wichtiger als alle technischen Aspekte ist die Art und Weise, wie ein Modefotograf die Frau sieht. – Bei Ellen von Unwerth zum Beispiel wirkt sie lebenslustig, verführerisch, überdreht. Peter Lindbergh zeigt eher die emotionale und melancholische Seite. Jürgen Teller feiert das Atypische. Steven Meisel arbeitet Androgynität heraus. Die Frau, die ich suche, ist gefühlvoll, nachdenklich, sie trägt vielleicht einen Konflikt mit sich aus. Ich glaube, es steckt viel von Romy Schneider in ihr“, fasst er im gleichen Interview zusammen.

 

Peters beschreibt diesen Band selbst, als einen Versuch seine Ehe wieder aufzufrischen; er meint seine Beziehung zur Fotografie.

„Da war mal etwas, was das sehr gut war; wir haben uns mal sehr gemocht. Welche Bilder habe ich sehr gemocht, ohne dass ich von außen beeinflusst wurde? Was sind die Bilder, die ich wirklich machen möchte? Ich wollte eine Bestandsaufnahme machen; wo komme ich her, so gut bin ich und wohin kann ich mich noch entwickeln?

 

Das Buch heißt Personal, weil es für mich selbst ist, so wie ich alle Bilder für mich selber mache“.

 

Sein Kreativ-Tipp

 

Sein Tipp für Fotografen, die sich weiterentwickeln möchten:

„Sturheit ist wichtig; Augen zu! Und was siehst Du dann für Bilder, die Du nicht siehst? Geh nach innen und denke nicht an Technik. Ein gutes Bild hat Empathie und die hat es nur, wenn das Bild das ausdrückt, was Du fühlst. Denke darüber nach, was Du fühlst, und diese Gefühle muss man in der Folge technisch umsetzen. … Es geht um eine Sinnlichkeit, die ich vermitteln möchte. Und dieses Gefühl muss den anderen erreichen!“

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Vincent Peters - Personal - Vorderseite

Link: Vergrößern

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Vincent Peters - Personal - Rückseite

Link: Vergrößern

 


Fazit:

 
Mit minimalen Mitteln entstehen hier zeitlose, aber dramatische Porträts, die Raum für die Fantasie des Betrachters lassen. Intim, romantisch, voyeuristisch und glamourös zugleich. Der Betrachter sieht die schönsten Modelle von einer unerwarteten Seite.

Peters deutet mit leisen Tönen viel an und baut Spannung durch Lichtabfall und Verstecken auf. Auf mich wirken seine Bilder mit den dezent ausgeschmückten weiblichen Modellen sehr feinfühlig und sinnlich in einer Zeit der digitalen Schärfe. Sie sind subtil und zwischenzeilig, aber mitteilend, wenn man in ihnen lesen möchte.

 

Wer den eigentlichen Vincent Peters kennenlernen möchte, besucht eine seiner Ausstellungen oder schaut sich diesen wirklich großformatigen und hochqualitativen Band im vorzüglichen Stil an.

Dieses Buch ist erstklassig gedruckt auf ebensolchem Papier. Ein Band zum Verlieben, daher finde ich den Preis von knapp Euro 100 angemessen.

 

Für mich ein unglaubliches Buch. Vincent Peters ist für mich ein großer Meister des Lichts ähnlich wie Bruce Weber. Man kann unglaublich viel Inspiration aus diesem Buch schöpfen. Mich erreicht dieses Buch; großes Gedanken - Kino.



Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße cm (BxLxT): 29 x 36 x 2,5
Seitenanzahl: 112
ca. Gewicht: 2600 g.
   
Autor(en): Vincent Peters
Verlag: teNeues
Auflage: 1
Erschienen am: 15.09.2016
   
ISBN: 9783832734091
Preis in (D): 98,00 €

 

Links:

 

Vincent Peters - Personal* 

*

 

Link: Vincent Peters - Homepage

Link: teNeues Verlag - Homepage

 

Wer sich mehr für Vincent Peters werbliche Modefotografie interessiert, sei sein erster Bildband empfohlen. Er ist anders, aber ebenfalls großartig. Große bekannte Namen, sehr plakativ inszenierte Porträts für eigentlich alle große Namen der Werbefotografie:

Vincent Peters - The Light Between Us – Virtuose klassische Porträts

 


* Als Affiliate-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Amazon und das Amazon-Logo sind Warenzeichen von Amazon.com, Inc. oder eines seiner verbundenen Unternehmen; Link: weitere Infos dazu

 


von Vasco R. Tintrup, Herausgeber:

www.Fotobuch-Regal.de - Vasco R. Tintrup width=

Ihr interessiert Euch für das Thema der Fotografie und Ihr mögt gleichzeitig Bücher?

Herzlich willkommen und viel Freude beim Rundgang durch meine Fotobuch - Bibliothek!

Link: Infos über das Fotobuch-Regal!


Fotobuch-Regal.de

+49 170 9028600
info@Fotobuch-Regal.de

Copyright © 2018 - 2020: Fotobuch-Regal.de - Alle Rechte vorbehalten.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.