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Architektur

Andreas Böttger Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren

Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren - Architekturschätze und geheime Orte

Die schönsten Fototouren durch die Hauptstadt

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Architekturschätze

 

 

Inhalt:

 

Die Fotoscout - Buchreihe

 

Das Buch Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren* ist in der „Fotoscout“-Reihe vom dpunkt-Verlag erschienen, der ein besonderes Konzept zugrunde liegt.

Es handelt dabei sich um einen Reiseführer zu einem speziellen Reiseziel, das durch den Autor für die spezielle Zielgruppe der (Hobby-) Fotografen „ge-scoutet“ wird. Unter Fotografen versteht man darunter die professionelle Vorbereitung eines anstehenden Fototermins durch einen vorherigen vorbereitenden Besuch der künftigen Foto-Location unter dem Aspekt: was ist zu beachten und tun, damit beim eigentlichen Aufnahmetermin das bestmögliche Foto entstehen kann.

Dazu wird untersucht: wie und zu welchem Zeitpunkt man am einfachsten an das Ziel kommt, welche Informationen benötige werden, was am Tag der Aufnahme mitzubringen ist, speziell welches Foto-Equipment benötigt der Fotograf, wie und wann ist das Motiv am attraktivsten in Szene zu setzen, …

 

Das Buch

 

Klar sollte sein, dass Berlin als große Metropole nicht in diesem Buch komplett beschrieben werden kann. Die Autoren haben daher schon eine Auswahl schöner Fotomotive treffen müssen.

Und es könnte für den künftigen Leser nützlich zu wissen sein, dass wohl aus diesem Grund von diesen Autoren im gleichen Verlag ein ähnlich klingender Titel (Link: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren - Szeneviertel, Kieze und Berliner Leben)veröffentlicht wurde, wobei nur der Untertitel sich unterscheidet. Der andere Band widmet sich anderen Ziele der Hauptstadt zum Thema „Szeneviertel, Kieze und Berliner Leben“, während dieser Band sich auf „Architekturschätze und geheime Orte“ als Fotoobjekt konzentriert.

Ich persönlich hätte mir diese Information zur besseren Unterscheidung noch präsenter im Titel gewünscht (z.B. Berlin I, Berlin II, etc.), zumal die Stadt Berlin Potenzial für weitere künftige Bände bietet.

 

Aber zurück zu diesem ersten Band:

Die beiden Autoren haben sieben (Tages-) Fototouren durch die Stadt Berlin unter dem Oberthema der Architektur zusammengestellt.

Im Einleitungstext erfährt man jeweils, welche weiteren Fotografie-Genres verstärkt aufgenommen werden können, da jedes der Stadtviertel seinen eigenen Reiz und Schwerpunkt hat. Daneben wird die zu laufende oder zu fahrende Distanz durch die Stadt und die dafür benötigte Zeit genannt. Zu berücksichtigen ist natürlich, dass jeder Stadtbesucher eine ganz individuelle Geschwindigkeit beim Laufen und beim Fotografieren hat; mehr als eine Tour wird man einem Tag kaum schaffen.

 

Wertvoll für einen Touristen sind weitere Informationen zur Anreise, dem richtigen Besuchszeitpunkt, auch was die Lichtverhältnisse und speziell die zu erwartenden Touristenströme angeht. Und man erfährt, was diese beiden Fotografen speziell für diese Motive an Equipment in ihre Fototasche einpacken würden.

Zur besseren Orientierung und zur Übersicht ist jeweils eine Karte mit dem eingezeichneten Startpunkt, dem Tourverlauf, den einzelnen Zwischenzielen und dem Endpunkt abgedruckt. Die einzelnen im Text durchnummerierten Fotopunkte findet man ganz einfach durch das Einscannen der anbei abgedruckten QR-Codes und erhält so bei Bedarf weitere Informationen im Internet. Flankiert wird der Text durch die mehr oder weniger groß abgedruckten Fotos der Autoren. Diese können für den Leser eine Anregung oder gar eine Anleitung für eigene Fotos darstellen, sie sind aber auch schon für die generelle Entscheidung des Lesers dienlich, ob ihn diese einzelne Tour überhaupt anspricht.

 

 

Jeder wird unter fotografischen Aspekten für sich Interessantes finden können:

 

Die einzelnen Touren sind nicht monoton, man entdeckt z.B. auf Tour Nr. 1 die grandiose Klassik der Eingangshalle des Landgerichts Berlin mit rund 1000 qm Fläche und einer Zwillingswendeltreppe (Seite 30), den sozialistischen Klassizismus der „Arbeiterpaläste im Zuckerbäckerstil“ (Seite 38) und den ganz einfachen konservierten DDR-Charme im original erhalten gebliebenen Stasi-Museum (Seite 44). Andere Touren führen durch Arbeiterviertel mit Plattenbauten oder ins zu Schloss Charlottenburg ins Grüne.

Besonders interessant fand ich persönlich die Tour Nr. 3, diese beschäftigt sich vom Titel her wenig abwechslungsreich mit dem ausschließlichen Thema: „Unterwegs im Berliner Untergrund“.
Man stellt aber schnell fest, dass damit das Berliner U-Bahnnetz und seine Bahnhöfe gemeint sind, welche beim Bau gänzlich unterschiedlich gestaltet wurde. So lohnt es sich, an möglichst vielen dieser Haltestellen auszusteigen, um den ganzen Kontrast von der 100 Jahre alten Klassik am Heidelberger Platz, dem exzentrischen bunten Pop-Art am Fehrbelliner Platz, über den Arbeitercharm am Siemensdamm bis hin zu der grün-gold-schwarzen Verspieltheit des Bahnhofs Rathaus Spandau kennenzulernen.

Andere „geheime Orte“ sind aus internationalen Spielfilmen bekannt, so wird man die Passage unter der Kreuzung des Internationalen Congress Centrums (ICC) wiedererkennen. Die fast willkürlich angeordneten orangen Säulen mit den an der Decke strahlenden großen kreisrunden Deckenleuchten sind genauso unverkennbar, wie die bizarre Kulisse der ehemaligen Beelitzer Heilstätten. Dort kommt der Fotoscout-Tourist als Lost Places bzw. Urbex - Interessent genauso auf seine Kosten, wie auf dem Teufelsberg mit der ehemaligen Abhörstation.

 


Im direkten Vergleich zu den anderen Bänden dieser Serie erkenne ich folgende Unterschiede:

In dieser Serie finden sich zum einen die eher fernen und exotischen Reiseziele wie Island, zum anderen auch weitere Städteführer wie der von München. Im direkten Vergleich ist der München-Führer etwas weniger touristisch ausgelegt, was mir besser gefällt. Dort finden sich weniger touristische Informationen zur Stadt und Menschen selbst, dafür detailliertere Informationen zu den einzelnen Fotospots mit teilweise mehreren unterschiedlichen Ansichten, Perspektiven oder Lichtsituationen zum direkten Vergleich eines einzelnen Fotomotivs.

Das fände ich persönlich auch bei diesem Band zielführender, da ich bei Bedarf problemlos noch andere (touristische) Stadtführer parallel kaufen kann, aber keinen vergleichbaren Fotoführer finde.

 

Weitere kleine Kritikpunkte:

Die fotografischen Highlights sind mit mehreren Bildern parallel im Band abgebildet. Es sind aber auch viele kleinere Fotos zu finden, auf denen dadurch das Motiv oder die Bildstimmung nur schwer zu erkennen ist. Gerade die Doppelseiten mit 24 Bildern zur Kapiteleinleitung finde ich entbehrlich. Zwar sind sie spannend zur ersten Anregung, aber zur Beurteilung der einzelnen Fotolocations viel zu klein. Zudem tauchen diese Bilder im Folgenden dann entweder gar nicht oder nur noch aus einer ganz anderen Perspektive auf.

So finde ich auf Seite 196 ein kleines Foto, ein Gebäudeerker bzw. dessen ausgestellte Fenster aus einer Untersicht fotografiert, das mich auf den ersten Blick entfernt an das Gehry-Gebäude in Düsseldorf erinnert. Wo sich dieser Spot in Berlin befindet, ist unter dem Foto nicht zu lesen, ich muss durch das Kapitel blättern und finde auf Seite 207 das Gebäude aus einer anderen, der normalen Perspektive fotografiert. Ich hätte mir nach dem Motto „Weniger ist Mehr“ gewünscht, dass die besprochenen Fotospots detaillierter besprochen und abgebildet werden, zumal einige Spots zwar nummeriert, aber gänzlich ohne Bild aufgeführt wurden (z.B. auf Seite 217).

 

Der Autor Andreas Böttger betreibt die Firma go2Know, die seit 2015 in Berlin spezielle Fototouren anbietet, speziell zu Orten im Berliner Umfeld, die alleine ohne diese Führung nicht zu besuchen sind. Diese Geschäftsidee finde ich sehr gut, speziell unter dem Aspekt, dass auf diese Weise Lost Places wie die Berliner Heilstätten auf der einen Seite vor Vandalen geschützt und dadurch erhalten werden können. Der interessierte Fotograf erhält gleichzeitig Zugang ohne Zeitdruck und kann physisch sicher fotografieren. Weniger schön finde ich aber, dass in diesem Fotoscout-Band einige für die Öffentlichkeit gesperrte Ziele zu finden sind. Werbung für diese Agentur des Autors finde ich völlig in Ordnung, auch die Nennung reizvoller Ziele.

Ich hätte aber erwartet, dass die im Buch abgedruckten und besprochenen Touren sich ausschließlich auf frei zugängliche Ziele beschränken.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Architekturschätze - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Architekturschätze - Rückseite

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Fazit:

 

Berlin als Stadt ist riesig und abwechslungsreich. Als Tourist mit einem besonderen fotografischen Interesse bin ich dankbar für vorbereitete Touren und weiß daher besonders diese Fotoscout-Serie als Reiseführer zu schätzen.

 

Mit Hilfe dieses Buchs spare ich viel Zeit bei der Vorbereitung meiner Reise, bekomme fertige Foto-Konzepte mundgerecht serviert, aus denen ich mir nur noch das für mich Interessanteste heraussuchen muss. Im Unterschied zu einem normalen Reiseführer erhalte ich hier zusätzliche Informationen, die speziell für mich als Fotograf, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, wichtig zu wissen sind.

Durch die Größe und Dicke dieser Bände sind die Fotoscout - Bände auch noch gut mit auf die Foto-Tour zu nehmen. Gerade dafür finde ich die einfachere Ausführung als Taschenbuch und den eher niedrigen Preis für die 280 Seiten gerechtfertigt.

 

Das Konzept dieser Bände finde ich insgesamt toll, ich würde mir nur speziell bei dieser Ausgabe hier wünschen:

Noch mehr Details und gegebenenfalls einen dritten Band.

 

 

Buchdaten:

 

Format: Taschenbuch
   
ca. Maße cm (BxLxT): 14 x 21 x 1,5
Seitenanzahl: 280
ca. Gewicht: 575 g.
   
Autor(en): Andreas Böttger & Nancy Jesse
Verlag: dpunkt
Auflage: 1
Erschienen am: 18.09.2017
   
ISBN: 9783864904639
Preis in (D): 22,90 €

 

Links:

 

Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren* 

*

 

Link: Andreas Böttger - Homepage

Link: Nancy Jesse - Homepage

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Andreas Böttger Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren II

Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren - Szeneviertel, Kieze und Berliner Leben

Die schönsten Fototouren durch die Hauptstadt

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Szeneviertel

 

 

Inhalt:

 

Die Fotoscout - Reihe:

 

Die „Fotoscout“-Serie aus dem dpunkt.Verlag folgt dem Konzept des Location-Scoutings für professionelle Fotografen:

Vor der eigentlichen Aufnahme wird das spätere Fotoziel ge-scoutet, auf seine fotografischen und organisatorischen Anforderungen hin untersucht. Nach diesem vorherigen Scouting sollen dann am Tag der Bildaufnahme keine Überraschungen oder Unbekannten mehr auftauchen.

Der Weg und Zugang zum Motiv, die beste Aufnahmezeit, das benötige Equipment usw. sind durch die vorherige Begehung bekannt und dokumentiert.

 

Ich habe die meisten dieser Fotoscout-Bände gelesen, für eigene Reisen verwandt und bin ein großer Fan dieser Serie.

Echtes Location-Scouting mit genauen fotografischen Hinweisen ist in den Ausgaben für die exotischen Ziele wie Island oder den Lofoten zu finden. Auch der München-Band geht noch sehr detailliert auf einzelne Foto-Locations ein.

 

Das Buch:

 

Dieses neue Buch des Autorenteams Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Szeneviertel* bietet als zweiter Band für Berlin sieben weitere Tourenvorschläge zu neuen Motiven in der Stadt, diesmal unter dem Motto:

Szeneviertel, Kieze und Berliner Leben.

Wer sich für den ersten Band interessiert, findet ihn hier: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren - Architekturschätze

 

Am Anfang jeder Tour finden sich wie im vorherigen Band zuvor die hilfreichen Angaben, in welcher Zeit und über welche Distanz die Touren gehen und welche Foto-Genres dabei anzutreffen sind. Übersichtskarten und QR-Codes zu einzelnen Punkten erleichtern das Auffinden der genannten Orte.

 

Positiv finde ich beim Nachvollziehen der Touren, dass die einzelnen Stadtteile oder Kieze sehr liebevoll und detailliert hinsichtlich der Bewohner und der Stimmung im Stadtteil beschrieben sind.

Ich bekomme ein gutes Gefühl dafür, welche Art von Mensch in einzelnen Vierteln lebt. Auch die zwischen den einzelnen Touren eingeschobenen Interviews mit anderen Fotografen, Bloggern und Influencern verdichten dieses Stimmungsbild.

 

Als negativ empfinde ich jedoch, dass genaue abgedruckte Informationen zu einzelnen (abgebildeten) Motiven nur noch vereinzelt oder gar nicht mehr vorhanden sind.

So sind unter vielen Fotos keinerlei detaillierte Straßen- oder Standortangaben mehr zu finden. Man müsste auf der Tour oder auf einzelnen riesigen Industriegeländen nach diesen suchen. Ebenso fehlen die fotografischen Details zu den Einzelspots. Damit meine ich natürlich nicht eine Angabe von fotografischer Blende-Zeit-Kombination, die sich vor Ort sekündlich ändern kann. Ich hätte aber schon gerne vorab gewusst, zu welcher Tageszeit das Licht wie auf dem Foto abgelichtet steht. Wenn ich mir diese Information erst separat z.B. aus einer App besorgen muss, könnte ich gleich einen beliebigen Szeneführer für die Stadt Berlin kaufen. Leider finde ich hier vorab nicht einmal die genaue Lage, um diese Details vor meiner eigenen Tour prüfen zu können.


Zugutehalten muss ich den Autoren, dass sich möglicherweise eine genaue Dokumentation von moderner Street-Art wie Graffitis nicht lohnt, da diese sich in kurzen Intervallen verändern oder einfach übermalt werden.

Nichtsdestotrotz hätte ich im Buch gerne eine genauere Dokumentation der Fundorte gefunden, die alle Touren Kilometer lang sind und man auf verschiedenen Einzelspots stundenlang nach dem Motiv oder Haus suchen könnte, ohne es zu finden. Diese Schwäche fängt schon auf den Doppelseiten mit jeweils 24 Minibildern zur Kapiteleinleitung an. Man erhält zwar einen guten ersten Eindruck zur Übersicht, interessiert man sich für ein spezielles einzelnes Motiv, findet man keinerlei genaue Ortsangaben. Teilweise tauchen diese Fotos im Tourenverlauf nicht erneut auf und man muss hoffen, beim Nachgehen der Tour auf den Spot „durch Zufall“ zu treffen.

 

Genau diesen Umstand will man eigentlich mit einem Location-Scouting vermeiden: langwierige Sucherei oder Überraschungen.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Szeneviertel - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Szeneviertel - Rückseite

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Fazit:

 
Der erste Berlin-Band dieses Autorenteams entfernte sich von vorherigen Fotoscout - Konzept des Verlags schon leicht durch einen stärkeren touristischen Charakter. Dieser zweite Folgeband ist in meinen Augen fast nur noch ein „normaler“ informativer Reiseführer für Entdecker unbekannter Städte und Viertel.

 

Das Buch ist als „Szeneführer“ für Fotografen sehr liebevoll und lohnenswert geschrieben.

Wer als zukünftiger Tourist mit fotografischen Interessen eine allgemeine Inspiration sucht, wird hier sehr gut fündig. Wie bei Instagram findet man tolle Fotos, die Lust auf einen Besuch im jeweiligen Kiez machen. Das Buch bietet darüber hinaus schriftliche Hintergrundinformationen.

 

Als „Fotoscout“ funktioniert dies für mich hier aber nicht mehr, der München-Band gefällt mir von der Machart her gesehen im Vergleich deutlich besser.

Wer in diesem Buch einen für sich spannenden Foto-Spot findet, hat noch weiteren Rechercheaufwand vor sich.

 

 

Buchdaten:

 

Format: Taschenbuch
   
ca. Maße cm (BxLxT): 14 x 21 x 1,5
Seitenanzahl: 292
ca. Gewicht: 610 g.
   
Autor(en): Andreas Böttger & Nancy Jesse
Verlag: dpunkt
Auflage: 1
Erschienen am: 11.12.2017
   
ISBN: 9783864905148
Preis in (D): 22,90 €

 

Links:

 

Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Szeneviertel*  

*

 

Link: Andreas Böttger - Homepage

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Link: dpunkt.Verlag - Homepage

 


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Mario Carnicelli - American Voyage

Mario Carnicelli - American Voyage

Photographs By Mario Carnicelli

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Mario Carnicelli - American Voyage

 

 

Inhalt:

 

Mario Carnicelli ist Italiener, Jahrgang 1937 und lebt bis heute in Italien.

 

Er kam durch das Fotogeschäft seiner Familie erstmals in Kontakt mit der Fotografie und als junger Mann fotografierte er schließlich selbst, nahm an Fotowettbewerben teil und gewann einige Preise. Er war fasziniert von Edward Hopper, Faulkner, Steinbeck und Family by Man. Carnicelli nahm seine Fotos mit Mittelformat- und 35mm-Kameras sowohl in Schwarz-Weiß als auch in Farbe auf, die meisten davon in Italien.

In den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts gewann er als 29-Jähriger bei einem Fotowettbewerb der Zeitschrift „Popular Photography“ ein vierwöchiges Stipendium in den USA, gesponsert von den Firmen Mamiya und Pentax. Dies ermöglichte ihm 1966 seine erste Reise nach Amerika. Auf seiner vierwöchigen Tour quer durch die amerikanischen Staaten besuchte er dabei die Städte Detroit, Washington D.C., San Francisco, Buffalo, New York und Chicago.

 

Dieser vorliegende Band Mario Carnicelli - American Voyage* dokumentiert Carnicellis Reise in die USA und seinen ganz persönlichen und humanistischen Blick auf das Land und die Gesellschaft zu dieser Zeit.

Er fotografierte dabei die amerikanische Kultur als europäischer Außenseiter mit einem humanistischen Ansatz. Eine reine Abbildung von Stadtansichten und der Architektur reichte ihm nicht. Er sagt über sich selbst, dass sein Hauptsubjekt auf Bildern immer eine Person sei und Menschen sich durch ihren Ausdruck, ihre Kleidung und ihre Art sich zu bewegen offenbaren. Man verstünde augenblicklich, wo sie herkommen und wo sie hingehen. „Fotografie ist meine Sprache“, sagte er, „mein Subjekt ist die Person, das Menschliche.“

Carnicelli war begeistert von der sorgenlosen Mentalität, dem Happy-Go-Lucky-Spirit und dem überwältigenden Mix und Charme der unterschiedlichen Kulturen. Als Europäer erschienen ihm die USA vor seinem ersten Besuch als ein magisches Land, in dem alles möglich war, selbst ein Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär.

Seine Fotos dokumentieren neben den zu dieser Zeit aktuellen Moden und Gefühlslagen, den oft schwierigen Versuch der Menschen, diesen amerikanischen Traum zu leben. Schon bei seiner ersten Reise entdeckte er auch die Kehrseiten dieses Traums: „Die Realität wich stark von dem ab, was ich mir vorgestellt hatte.“ Zwar war im Jahrzehnt zuvor die Rassentrennung mittlerweile untersagt und das Wahlrecht für Schwarze eingeführt, jedoch stellte Carnicelli noch eine starke Diskriminierung im Alltag fest. „Die Menschen wirkten einerseits so frei, andererseits so unendlich einsam. Das ganze Land war extrem widersprüchlich“, sagte Carnicelli.

Zudem empfand er Amerika angefüllt mit Individuen, einzelnen Personen, getrennt von dem ihm bekannten Familienleben in Italien. Verglichen mit seinem Heimatland, der dortigen homogenen Kultur und Eingebundenheit in Familien, stieß er in den USA neben einem kulturellen auf einen sozialen „Melting Pot“ mit Klassengegensätzen, bei denen der Unterschied zwischen Arm und Reich stark ausgeprägt war.

 

Mario Carnicelli hat ein sehr gutes Auge für Kontraste, sowohl für fotografische Farbkontraste als auch soziale Kontraste, auch wenn er sagte, die Bilder seien stets zu ihm gekommen, „als wenn sie mich gesucht hätten“. „Eine gute Aufnahme passiert einfach, genau wie die Liebe. Wer sie sucht, der scheitert“ sagte er über seine Arbeitsweise.

Mal zeigt ein Bild einen älteren dunkelhäutigen Mann mit grimmigem Gesicht, der vor einem Schaufenster ausgefüllt mit nur weißen Krankenschwester-Kitteln entlangläuft. Carnicelli bemerkte zu diesem Bild: „Sein Blick, seine Art sich zu kleiden, sein Gang verraten mir alles über diesen Mann." Im Frühjahr 1965 kurz vor Carnicellis Ankunft in den USA war der schwarze Bürgerrechtler Malcom-X erschossen worden.

Mit seinem Bild „Entrepreneurs“ dokumentierte er in New York 1966 aber auch einen gleichzeitig möglichen Rollentausch: zwei elegant in Anzügen gekleidete „schwarze“ Geschäftsleute bei einem gemütlichen Plausch, während im Hintergrund sich „weiße“ Arbeiter abrackern. „Das Foto versinnbildlicht für mich das damals vorherrschende Klima im Land. Alles schien möglich.“

Ein anderes Foto bildet ein sich küssendes junges weißes Pärchen ab, ein daneben sitzender, eigentlich Zeitung lesender dunkelhäutiger Mann und ein anderer älterer im Rollstuhl sitzender Mann beobachten das Pärchen dabei. Gleichzeitig offenbaren sie sich dabei im mehrfachen Sinne als Außenstehende dieser Szene (S. 110/111). „Die Menschen wirkten einerseits so frei, andererseits so unendlich einsam, sagte Carnicelli in einem Interview.

Weitere Bilder kontrastieren bei einer wirren Doppel-Kundgebung Menschen gegen den Vietnamkrieg demonstrierend (Seite 65 und 65) mit anderen Seite an Seite stehenden, aber jeweils in eine andere Richtung schauend, diese in Fantasieuniformen gekleidet und Hakenkreuzfahnen hochhaltend (S. 66 und 67); alle Bilder Dallas 1967.

 

Carnicelli praktizierte Street-Photography, seine Fotos zeigen das öffentliche Leben zu dieser Zeit und somit dem heutigen Betrachter schon vergessene Szenen:

 

Öffentliche, enge Münzfernsprecher am Flughafen Chicago 1966, in einem Zeitalter ohne Mobilfunk und besetzt mit darin Zigarette rauchenden Menschen (Seite 19), auf der Straße schlange-stehende Arbeitslose vor einem Jobcenter, Chicago 1966 (S. 28/29); einen 60er-Jahre „Hippie“ als Zeitungsverkäufer in San Francisco 1967 (S. 84). Sowohl die Hippies, Telefonzellen, in Flughäfen rauchende Menschen, als auch die Nachrichten auf Papier an sich erscheinen heutzutage fast ausgestorben zu sein.

Die Fotos selbst haben wegen der oft verwandten Mamiya-Universal-6x9 - Mittelformat-Kamera und des damaligen Filmmaterials einen ganz eigenen Charme. Weiches Hintergrund-Bokeh vereint mit nostalgischen Pastell-Farben.

Bei den Schwarz-Weiß-Bildern dominieren gezielt eingesetzte Elemente wie Linien oder grafische Einrahmungen. Carnicelli meinte zwar, er würde seine Fotos nicht komponieren, seine Bilder zeigen aber starke harmonische Farbkontraste wie das Titelbild des Schutzumschlags (Blau-Rot-Gelb; Fashion Students, New York 1966), eine Straßenszene dominierend in Rot-Blau-Rot (Red Lights, Chicago 1966, S. 45) oder seine allgemeine Vorliebe für blaue oder rote Farbtöne (Red Door, Stanford 1966, S. 89). Zudem sind viele sozialkritische Bilder etwas weniger stark belichtet und zeigen einen düsteren Tenor mit bunten Farben als Eye-Catcher.

Farben sind für das menschliche Auge genauso wichtige Gestaltungselemente wie Helligkeit, Kontraste, Linien und Formen. Rot und Gelb im Foto ziehen den Blick an, verleihen einem Bild Energie und Begeisterung, Blautöne assoziieren Trauer und Einsamkeit. Ein Farbkontrast kann Harmonie oder Anspannung selbst bei statischen Motiven auslösen, je nachdem wie die Farben gewählt wurden.

 

Die Bilder seiner ersten Reise stellte er schon direkt im Anschluss in Mailänder Pirelli-Tower unter dem Titel „I’m sorry, America!“ aus.

Als entschuldige er sich mit diesem Titel für seinen persönlichen Blick auf Amerika als Außenseiter. Carnicelli hatte den Anspruch das wirkliche Amerika, den einfachen Menschen und das dortige Tagesgeschehen abzulichten. „Es tut mir leid“ erklärte der heute 80-Jährige, „aber so habe ich das Land eben gesehen. Ich hatte mir den amerikanischen Traum toller vorgestellt.“

In den Jahren danach folgten 1967 und 1969 weitere Reisen dieser Art. Später in den frühen Siebzigern gab er die eigene Fotografie auf und widmete sich ganz dem Betrieb eines eigenen Fotoladens in Florenz, er handelte nur noch mit Fotogerätschaften.

Erst als er sein Geschäft im Jahr 2010 schloss, wurden seine Tausende Negative nach 50 Jahren achtlos im Keller lagernd, erstmals für die Öffentlichkeit wiederentdeckt. Seine deutsche Mitarbeiterin Bärbel Reinhard sichtete diese teilweise vom Hochwasser verklebten, verschimmelten Bilder und scannte die Aufnahmen ein. Heute ist sie die Kuratorin des Carnicelli-Archivs.

 

Nach Sichtung aller Bilder wurden im Jahr 2018 über 150 Farb- und S/W-Fotos für eine Ausstellung von Mario Carnicellis Arbeiten in der David Hill Gallery in Ladbroke Grove, London, ausgewählt. Dieses Buch ist gleichzeitig der begleitende Katalog zur Ausstellung, es erschien im britischen Reel Art Press Verlag mit rund 160 Seiten.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Mario Carnicelli - American Voyage - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Mario Carnicelli - American Voyage - Rückseite

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Fazit:

 
Ich finde, dass dieses Buch einen grandiosen Einblick in den USA-Alltag der Sechziger gibt.

Dabei zeigt es aus der Perspektive eines Außenseiters karge, aber stimmungsvolle Motive, die verschiedenste Unterschiede offenbaren. So wie er auf einem Bild direkt nach seiner ersten Ankunft noch etwas unsicher mit seiner Kamera in der Hand selbst porträtiert wird (S. 9), bildet Carnicelli vergleichbar mit der authentischen Street-Art-Fotografie einer Vivian Maier die Gesellschaft dieser Zeit ungeschönt ab.

Beide sind an den abgebildeten Personen interessiert und denken bei der Aufnahme weniger an ein späteres Publikum.

Bei beiden geht das fotografische Werk über einen langen Zeitraum für die Öffentlichkeit verloren und taucht erst später mehr durch Zufall wieder auf.

 

Das Buch ist auch ein Appell an die Gegenwart, diese ebenso detailliert und kritisch festzuhalten. Das was wir heute als alltäglich und normal empfinden, könnte für nachfolgende Generationen einen ähnlichen Reiz ausüben. So wie enge Telefonzellen mit Klappsitzen im heutigen Mobilfunkzeitalter fast nicht mehr vorstellbar sind, stellt man bei genauerer Überlegung fest, dass dieses digitale Wunder erst Ende der Achtziger bzw. Anfang der 90er mit dem D-Netz flächendeckend möglich wurde.

In zwanzig weiteren Jahren wird die nachfolgende Generation andere Wunder erleben und mit unseren Fotos über unseren heutigen Alltag schmunzeln.

 

Dieses schön gemachte Hardcover Buch mit Schutzumschlag und seine Einblicke sind ein toller Gegenwert für den Kaufpreis von rund 27 Euro.

 

È stato un piacere per me, grazie Mario!

 

 

Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße cm (BxLxT): 23,5 x 28 x 2
Seitenanzahl: 144
ca. Gewicht: 1.050 g
   
Autor(en): Mario Carnicelli
Verlag: RAP Reel Art Press
Auflage: 1
Erschienen am: 10.06.2018
   
ISBN: 9781909526570
Preis in (D): 26,77 €

 

Links:

 

Mario Carnicelli - American Voyage*

*

 

Link: mariocarnicelli.com - Homepage

 

Link: www.reelartpress.com

Link: RAP - Mario Carnicelli - Katalog-Vorschau - American Voyage

 

Link: David Hill Gallery - Homepage

Einen sehr guten ersten Eindruck kann man sich auch im 17seitigen Ausstellungsprospekt der Ausstellungsgalerie von David Hill verschaffen:

Link: David Hill Gallery - Carnicelli - American Voyage - PDF-Download

 


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Peter Untermaierhofer - Lost Places fotografieren

Peter Untermaierhofer - Lost Places fotografieren

Von der Vorbereitung über das Shooting bis zur Nachbearbeitung

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Peter Untermaierhofer - Lost Places fotografieren

 

 

Inhalt:

 

Lost Places

 

Lost Places üben etwas Anziehendes auf viele Fotografen aus. Oft handelt es sich bei diesen „verlassenen Plätzen“ um die Ansicht morbider Ruinen, ehemaligen urbanen Raumes, der nunmehr verrottet und dabei wieder zu seinem ursprünglichen Naturzustand übergeht. Bizarre Immobilien, Innenräume oder Detailaufnahmen von altertümlichen Dingen. Dinge welche im Verfall begriffen sind und trotzdem eine gewisse Schönheit ausstrahlen.

Um diese Schönheit des Verfalls auf ein Foto transportieren zu können, bedarf es weniger der Spontanität, eher der guten Vorbereitung und einer strukturierten Arbeitsweise des Fotografen.

 

Ob man jetzt diese Spezialität der Fotografie eher der Architektur- oder der Landschaftsfotografie zuschreibt, sie erfordert mehrere spezielle Kenntnisse, die man als Fotograf zuvor kennen und erlernen sollte.

 

Der Autor

 

Peter Untermaierhofer ist freiberuflicher Fotograf und hat bereits im Jahr 2013 zusammen mit Thomas Parent den Bildband „Vergessene Orte im Ruhrgebiet“* herausgebracht, in welchem die beiden verlassene Fabriken, Zechen oder andere Industriebrachen dokumentiert haben. In diesem Buch finden sich z.B. das Schiffshebewerk Walltrop, das Stahlwerk Becker (Willich), die Zeche Consol (Gelsenkirchen) oder die Henrichshütte Hattingen, neben den Hallenbädern in Krefeld und in Duisburg-Bruckhausen. Die Lost Places sind im Text kurz kommentiert, ein Lehrbuch stellt es aber nicht dar.

 

Das Buch: Lost Places fotografieren

 

Die notwendigen Arbeitstechniken beschreibt nun das weitere Buch Peter Untermaierhofer - Lost Places fotografieren* hier wirklich vertieft und didaktisch sehr gut aufgebaut.

 

Schon in der Einleitung beschreibt der Autor, welche Details für ihn ein gutes Lost-Places-Foto ausmachen und wie ein solches anspruchsvoll angefertigt werden kann. Welche Fehler dabei gemacht werden können bzw. besser vermieden werden sollten, welche Techniken zu „natürlich“ aussehenden Fotos führen und letztlich, welche abschließende Bildbearbeitung dazu erforderlich ist.

Der Leser findet in diesem Buch Besonderheiten, die Peter Untermaierhofer für ein gelungenes Foto erforderlich hält oder die ihm das Leben als Fotograf einfacher machen. So wird z.B. der Einsatz eines Smartphones oder Tablets als erweiterter Monitor bzw. Displayersatz und als Fernsteuerung für die Kamera beschrieben, was neue und sonst nicht mögliche Blickwinkel ermöglicht.

 

Ein zentraler Bestandteil des Buchs und ein Anliegen von ihm ist es, seine Sichtweise von einem guten Bild zu vermitteln. Wie man sich eine vorgefundene Location erarbeiten kann, sie lesen und dabei auf Besonderheiten achten kann. Welche Merkmale der aufgesuchten Örtlichkeit ein besonderes Motiv abgeben könnten, welcher Lichtabfall den Ort verändert. Wie man eine natürliche Rahmung des Motivs, Symmetrie, einen Goldenen Schnitt, führende Linien erhält und einen Anschnitt von Objekten, die Kameraeinstellungen, …, die Bild-Nachbearbeitung gestaltet.

Das sind alles Stichwörter, welche in jedem guten Lehrbuch zu finden sind.

 

Dies ist aber keine „Große Fotoschule“ im Allgemeinen, sondern die jeweilige Thematik wird konkret am Thema eines Lost Places erklärt und durch zahlreiche Bildbeispiele belegt.

Zudem gelungen finde ich, dass der Autor in Serien arbeitet, nicht nur ein eigenes gelungenes Endergebnis zeigt, sondern den Weg dorthin belegt. Über den ersten Test-Schuss hinaus die gegebenenfalls erforderlichen verbessernden Arbeitsschritte, deren fachliche Umsetzung dann textlich und bildlich erläutert wird.

Gerade dieses Bemühen des Autors um die Schulung des Fotografen zu einem guten Blick für gelungene Motive und im Ergebnis zu gelungenen Bildern finde ich erwähnenswert.

Es werden auch Gefahren oder Sicherheitsratschläge nicht vergessen, die jeder beherzigen sollte, der länger verlassene Grundstücke betritt.

 

Neben der rechtlichen Thematik, Lost Places sind oftmals zwar verlassen, aber immer noch in Privatbesitz und keinesfalls für jeden öffentlich zugänglich, stellt sich eigentlich immer auch die Frage nach dem technischen Ausgleich der vorherrschenden (Licht-) Kontraste, wenn Innenbereiche und Außenbereiche eines Gebäudes im Foto gleichzeitig abgebildet werden sollen.

Das Mittel der Wahl ist die Anfertigung einer HDR-Reihe bei einer Ausleuchtung nur durch natürliches Licht ohne Blitzeinsatz. Dabei geht es gerade nicht um eine Verfremdung oder eine unnatürliche Wiedergabe des vor Ort Gesehenen, sondern um eine möglichst realistische Darstellung der vorgefundenen Verhältnisse.

 

Auch dieses zentrale Thema des Buches finde ich äußerst treffend gelöst:

Das Schreck-Thema HDR wird detailliert besprochen, von einer negativen übertriebenen bildlichen Entfremdung bis zu einem Einsatz als gelungene Hilfe zu natürlichen Bildern.

Abschreckende HDR-Ergebnisse entstehen oft als Folge in Unkenntnis alternativer Aufnahme- und oder Bildbearbeitungstechniken. Wer sich mit der Objekt- und Innenraumfotografie beschäftigt, wird schnell feststellen, dass reines „natürliches Licht“ unter Verzicht von Blitzlicht die schönsten und natürlichsten Bildergebnisse erzielt.

Nur ein Problem besteht bei diesen Spezialobjekten eigentlich immer: die hohen Kontraste an den Stellen, bei denen durch Fenster oder andere Öffnungen ein Lichtabfall zum Innenraum hin entsteht oder ein Blick vom Inneren des Gebäudes nach Draußen möglich ist.

Vor Ort kann das menschliche Auge diese Helligkeitsunterschiede visuell ausgleichen, eine Kamera ist dazu technisch mit nur einem Bild nicht in der Lage. Die Anwendung geeigneter Techniken, um trotzdem zu guten Bildergebnissen zu gelangen, ist also Pflicht eines jeden Fotografen und nicht nur die Kür eines Profis.

Aus diesem Grunde empfinde ich die hohe Gewichtung dieser Lichtthematik auch als gut und nicht als übertrieben lang.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Peter Untermaierhofer - Lost Places fotografieren - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Peter Untermaierhofer - Lost Places fotografieren - Rückseite

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Das Video zum Buch

Das Photogrist Photo Magazine hat ein paar der abgedruckten Bilder in einem kurzen Video zusammengestellt, so dass man einen schönen ersten Eindruck erhält:

 

 

Fazit:

 

Dieses Buch richtet sich nicht an Anfänger, die noch die Basics der Fotografie erlernen möchten.

 

Es ist eine detaillierte und schlüssige Arbeitsanleitung für fortgeschrittene Fotografen, die Architektur und Innenraumfotografie betreiben wollen, speziell die der Lost Places - Fotografie. Das Buch regt auch an, sich mit dieser eventuell noch unbekannten Sparte der Fotografie erstmalig zu beschäftigen.

Genau diesen Fortgeschrittenen der Fotografie mit Interesse an Lost Places mag ich das Buch empfehlen; ich habe dazu noch keine bessere Anleitung gelesen. Neben dem gut lesbaren Text gefällt mir die umfangreiche Bilddokumentation zum Verständnis des Erklärten.

 

Ich finde, es ist insgesamt eine erstklassige Anleitung zu diesem Metier.

 

 

Wer sich weniger für ein Lehrbuch, mehr für eine breite Variation von Lost Places - Bildern interessiert, empfehle ich die folgenden Bildbände:

Link: Thomas Kemnitz, Robert Conrad, Michael Täger - Stillgelegt: 100 verlassene Orte in Deutschland und Europa*

Link: Elin Andreassen u.a. - Die Welt der verlassenen Orte / Worlds Lost Places*

 

Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße cm (BxLxT): 27 x 22 x 2
Seitenanzahl: 215
ca. Gewicht: 1100 g.
   
Autor(en): Peter Untermaierhofer
Verlag: dpunkt
Auflage: 1
Erschienen am: 29.08.2016
   
ISBN: 9783864903144
Preis in (D): 34,90 €

 

Links:

 

Peter Untermaierhofer - Lost Places fotografieren* 

*

 

Link: Peter Untermaierhofer - Homepage

Link: dpunkt.Verlag - Homepage

 


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von Vasco R. Tintrup, Herausgeber:

www.Fotobuch-Regal.de - Vasco R. Tintrup width=

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